FBM18

Als Anja und ich letztes Jahr erwähnten, dass wir schon dienstags anreisen würden, hatte uns Jo Berger kurzerhand gefragt, ob wir ihnen nicht beim Aufbau des Autorensofa-Standes helfen wollten. Aus diversen Gründen waren dort ein paar Helferlein ausgefallen und das Aufbauteam konnte Verstärkung gebrauchen. Für uns ein Riesen-Privileg hatten wir natürlich zugesagt.

Im Laufe des Jahres haben Anja und ich uns gefragt, ob wir wohl wieder beim Aufbau dabei sein dürfen. Nach ein bisschen Rumgedruckse und schließlich der direkten Frage, stellte sich heraus, dass wir liebend gern wieder dazu kommen konnten.

Tag 1

Mit einer Stunde Verspätung Dank „Personen im Gleisbett“ kamen wir am Dienstag auf dem Messegelände an. Den Stand des Autorensofas zu finden, war kein Problem, da sich dieser an der gleichen Stelle wie im letzten Jahr befand. Nach einer kurzen Begrüßung und dem ersten Sekt ging es dann an die Arbeit. Hier ein bisschen räumen, dort ein bisschen rücken, immer wieder unterbrochen von netten Gesprächen mit den anwesenden Autoren, ging es flott voran. Der vielen helfenden Hände sei dank hat man nicht wirklich das Gefühl, viel zu tun und doch ist man irgendwann fertig und der Stand ist bereit für den Besucherstrom der folgenden Tage.

Im Anschluss haben wir den Tag mit einem gemeinsamen Essen und Gesprächen über Gott und die Welt im nahegelegenen Restaurant „La Tagliatella“ ausklingen lassen. Wieder zurück im Hotel hat es gar nicht lange gedauert, bis wir uns in unsere Betten verkrochen haben.

Tag 2

Allzu früh erklang dann auch schon „Hells Bells“ von AC/DC (Traditionen wollen schließlich gepflegt werden) und holte uns aus den Betten. Müde oder nicht, der erste Messetag stand an. Eine neu geschlossene Bekanntschaft beim Frühstück hielt uns trotzdem ein bisschen länger als geplant fest. Der Herr am Nebentisch war aber auch zu faszinierend. Er erzählte, dass er seit vielen Jahren in Japan lebe und dort Strickkurse gebe und Strick-Bücher verfasse. Zur Zeit sei er geschäftlich in Deutschland und wollte seinen Aufenthalt hier zu einem Besuch bei seiner Familie nutzen, die in der Nähe lebe. Irgendwann konnten wir uns dann doch losreißen und uns auf den Weg zur Messe machen.

Einer weiteren Tradition folgend haben wir uns dort als erstes im Cafe Lemon mit Alex (ehem. Thrillertante) auf einen Kaffee getroffen. Zu dritt haben wir im Anschluss dann Halle 3.0 erobert. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im nahegelegenen Skyline Plaza sind wir noch kurz in Halle 3.1 eingefallen, um den ersten Messetag in Halle 3.0 ausklingen zu lassen.

Dann war es auch schon Zeit, in den Zug nach Hause zu steigen, denn den Donnerstag haben wir in diesem Jahr zum Ruhetag erkoren. Unterwegs haben wir noch zwei nette Messebesucherinnen kennengelernt und hatten jede Menge Spaß.

Tag 3

Den Donnerstag habe ich größtenteils mit Lesen und Messeschätze sichten verbracht. Sehr entspannend!  😀

Tag 4

Früh um 5 am Freitag Morgen klingelte dann auch schon wieder der Wecker. Dieses mal wollten wir mit dem Auto fahren, was sich im Nachhinein und überhaupt als sehr gute Entscheidung erwiesen hat. Mit leichtem Gepäck und ekelhaft guter Laune so früh am Morgen fuhren wir also der Sonne und einem fantastischen Messetag entgegen.

Termine hatten wir keine und wollten uns einfach treiben lassen. Dass wir uns als erstes mit Alex im Cafe Lemon getroffen haben, zählt nicht. Das ist schließlich Tradition. Auch der erste Besuch beim Autorensofa war nicht weiter ungewöhnlich. Was dann folgte, schon. Ein Blick aufs Handy trieb uns fast sofort in Halle 3.1. Denn Tommy Herzsprung und sein Partner Jimmy befanden such dort gerade am Skoutz-Stand. Die Gelegenheit also, die beiden endlich live und in Farbe kennen zu lernen. Und Sina Beerwald am Stand von Droemer-Knaur konnten wir bei der Gelegenheit auch wieder sehen. Kurz darauf kam die Nachricht, dass Claudia Toman mittags Zeit hätte und sich mit uns auf der Agora treffen wollte. In der Zwischenzeit hatten wir dann mitbekommen, dass sich Oliver Kern gerade auf einer Rettungsmission bei Random House befand. Also nichts wie hin. Dann war es auch schon Zeit für unser Treffen mit Claudia. Bei einem leckeren Saft, Musik und Kaiserwetter kam fast so etwas wie Urlaubsstimmung auf. War das schön! Ein bisschen high von der Sonne, trieb es uns schließlich zurück zum Autorensofa, nur um festzustellen, dass wir wieder in Halle 3.1 gehen sollten, denn dort war jetzt der Illumat in Betrieb und den Spaß wollten wir uns nicht entgehen lassen. Kaum zurück in Halle 3.0, sagte die Uhr, dass wir uns nun unsere Autogrammkarte von Tommy Herzsprung am Skoutz-Stand abholen gehen sollten. Also wieder rauf in Halle 3.1. Auf dem Weg zurück nach unten sind wir schließlich noch Bernhard Aichner begegnet, mit dem wir noch kurz schwatzen konnten.

Den Rest des Tages haben wir dann mit einem Besuch beim Drachenmond-Verlag und beim Sternensand-Verlag ausklingen lassen. Dass wir dort nicht ohne Bücher wegkommen würden, war von vornherein klar. Deshalb hatten wir uns den Besuch dort auch für zum Schluss aufgespart.

Nach unserem Abschied von den heißgeliebten Autoren des Autorensofas ging es zurück ins Hotel.

Jo Berger <3

Der Plan war, dort bei der Burger-AG etwas zu essen und dort noch den ein oder anderen Cocktail zu trinken. Tja, leider waren die Burger wohl offensichtlich mit Schlafpulver gewürzt. Völlig erschossen sind wir ohne Cocktail kurz darauf in unsere Betten geplumpst.

Tag 5

Nach dem Frühstück am Samstag und einem kleinen Spaziergang durch Nieder-Eschbach haben wir schließlich die Heimreise angetreten.

Mein Fazit

Den Donnerstag als Ruhetag einzulegen, war gut. Andererseits aber auch wieder nicht. Denn so hatten wir kaum Gelegenheit, mal längere Zeit beim Autorensofa herumzuhängen und mit den heißgeleibten Autoren dort zu schwatzen. Auch waren in diesem Jahr viele Herzensmenschen aus diversen Gründen nicht dabei. Trotzdem war es wieder eine fantastische Messe mit netten Begegnungen und ein paar neuen Menschen, die es sich ab jetzt in unseren Herzen bequem machen dürfen.

#fbm18 #frankfurt #buchmesse #dasautorensofa #einjahristvielzulang

[Rezension] Millionaire’s Rock – Sein geheimes Leben von Karin Koenicke

Quelle: Amazon
Karin Koenicke
Millionaire’s Rock – Sein geheimes LebenFormat: Kindle Edition
Dateigröße: 646 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 269 Seiten
ASIN: B073P8BRNP

Darum geht es:

Allyson Finnegan ist Journalistin bei der Boston New Gazette. Ihr Ressort „The Story behind“ musste sie zähneknirschend an die unfähige Tochter des Big Boss abtreten und statt dessen den Wirtschaftsteil übernehmen. Da die Zeitung jedoch in letzter Zeit mehr schlecht als recht läuft, soll ihre Stelle nun wegrationalisiert werden. Allyson braucht allerdings dringend Geld, um ihre kranke Mutter zu unterstützen. Deshalb sucht sie sich vorsorglich einen Übergangsjob als Barfrau in Jimmy’s Musicbar. Bevor sie ihren Schreibtisch in der Redaktion räumt, hat sie aber noch einen letzten Auftrag zu erledigen. Sie soll einen Bericht ausgerechnet über den Pharma-Konzern KeBoPharm abliefern. Die Firma, die sie für den Gesundheitszustand ihrer Mutter verantwortlich macht.

Scott Kerrington ist der CEO von KeBoPharm. Er steht in Verhandlungen mit Japan, um sein Unternehmen auf dem asiatischen Markt zu etablieren. Die Japaner finden jedoch immer neue Ausflüchte und Argumente, warum die Verträge noch nicht unterzeichnet werden können. Allmählich schwimmen Scott die Felle davon, denn der Aufsichtsrat sitzt ihm im Nacken und sägt schon kräftig an seinem Stuhl. Als er eines Nachts wieder einmal nicht schlafen kann, weil er unter Alpträumen leidet, geht er auf einen Absacker oder auch mehrere in Jimmy’s Musicbar. Betrunken pöbelt er dort einen Gitarristen an. Dieser fackelt nicht lange und schleift Scott auf die Bühne, wo er sein Talent beweisen soll. Nach seinem Auftritt wird er prompt vom Manager der aufsteigenden Newcomer-Band „Evil Medicine“ angesprochen. Deren Gitarrist Sharp fällt nämlich gerade für mehrere Wochen aus. Scott sieht Sharp einigermaßen ähnlich und auch auf der Gitarre ist er ihm ebenbürtig. Mit anderen Worten: Scott wäre der ideale Ersatzmann. Aus einer Laune heraus, sagt er zu.

Kurz nachdem Allyson ihren Job in Jimmy’s Musicbar angetreten hat, hat auch Scott alias Sharp dort seinen ersten Auftritt mit der Band. Allyson erkennt ihn als den Manager, der er in Wirklichkeit ist und wittert ihre Chance. Eine Enthüllungsstory über den CEO von KeBoPharm würde ihr eine Anstellung bei einer anderen Zeitung sichern, vielleicht sogar ihren alten Job. Ihr gelingt es, Scotts Aufmerksamkeit zu gewinnen und setzt nun alles daran, Informationen über ihn zu sammeln…

Ich sage dazu:

Allyson kämpft um ihren Job. Nicht nur, weil sie die Kollegen in der Redaktion mag, sondern auch, weil sie dringend das Geld braucht, um die teuren Behandlungen für ihre Mutter zu bezahlen. Sie ist der Überzeugung, dass das „harmlose“ Kreislaufmedikament von KeBoPharm für den Gesundheitszustand ihrer Mutter verantwortlich ist. Seinerzeit wurde der Medikamentenskandal kurzerhand unter den Teppich gekehrt und die Betroffenen wurden nie entschädigt. In Scott sieht sie deshalb den Teufel in Person. Mit seinem geheimen Doppelleben spielt dieser ihr nun in die Hände. Sie mischt sich unter die Groupies der Band, erlangt seine Aufmerksamkeit und verführt ihn.

Für Scott spielen Frauen in seinem Leben keine Rolle. Es gibt keine, die er näher an sich heranlassen würde. Wenn ihm der Sinn nach Sex steht, greift er auf Prostituierte zurück. Er hat vielmehr mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen. Nacht für Nacht holt ihn die Vergangenheit in Form von Alpträumen ein. Um seinen inneren Frieden wieder zu finden, flüchtet er sich in die Musik. Als sich ihm nun die Chance bietet, als Rockstar Sharp sein Glück auf der Bühne zu finden, kann er nicht Nein sagen. Trotzdem gelingt es ihm den Konzern nicht nur zu leiten, sondern auch voran zu bringen. Allerdings sitzt ihm der Aufsichtsratsvorsitzende Zoltan Nemeth im Nacken, der von seinem Führungsstil alles andere als begeistert ist. Nemeth wartet nur auf eine Chance, Scott loswerden zu können.

Nach der gemeinsam verbrachten Nacht, in der Scott zum ersten Mal seit langem schlafen konnte, zieht es ihn immer wieder zu Allyson. Diese kann zwar nun alle möglichen Informationen aus ihm heraus kitzeln, zweifelt jedoch mehr und mehr an ihrem Vorhaben, weil sie erkennen muss, dass Scott alles andere als ein skrupelloser Mistkerl ist.

Ein Buch zu lesen bedeutet bei mir gleichzeitig auch, mich mit Engelchen und Teufelchen auseinander zu setzen. Während Engelchen mich beispielsweise dazu bringt, bei einer spannenden Stelle die Luft anzuhalten, flüstert mir Teufelchen gleichzeitig boshaft zu: „Du bist erst bei 30 %. Der Held stirbt nicht.“  😐

Mit ihrem sehr bildhaften Schreibstil ist es Karin Koenicke gelungen, Teufelchen soweit abzulenken, dass Engelchen es überwältigen konnte. Während Teufelchen also gefesselt und geknebelt in irgendeiner Ecke lag, hat Engelchen enthusiastisch in die Saiten der Emotions-Gitarre gehauen.

Ich konnte mich wunderbar in die Geschichte von Allyson und Scott fallen lassen. Dabei habe ich die Musik beim Lesen fast gehört. Zwischendurch sind sogar ein paar Tränchen geflossen.

Nüchtern betrachtet, oder um Teufelchen mal wieder zu Wort kommen zu lassen, kann ich dieses Buch nur weiter empfehlen.

 

 

[Rezension] Das Waisenmädchen und der Lord von Laura Gambrinus

Laura Gambrinus
Das Waisenmädchen und der Lord

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2443 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 262 Seiten
Verlag: Cumedio Verlag (5. September 2018)

ASIN: B07H4Q1LZM

Darum geht es:

Nach der Schlacht von Waterloo findet sich Rennison Palmer-Lytton, der Marquess of Marlborough plötzlich in der Rolle des Vormunds der Tochter eines Sterbenden wieder. Er gedenkt dieses Versprechen einzuhalten und bereitet alles für die Ankunft des Mädchens auf Langton Abbey vor. Ein Hauslehrer und eine Nanny werden eingestellt, ein Kinderzimmer wird eingerichtet, ein Spielplatz wird gebaut… Sogar seine Mutter die Dowager Marchioness Margret Palmer-Lytton und seinen besten Freund Thomas Halsbury hat er um Unterstützung bei der Erziehung des Mädchens ersucht… Als dann endlich die Kutsche mit seinem Mündel Alice Bingham vorfährt, entsteigt ihr aber nicht etwa ein kleines Mädchen, sondern eine junge Frau.

Alice Bingham hat, seit der Vater in den Krieg zog, bei dem Lehrerehepaar Enfield gelebt. Als diese von ihrem neuen Vormund erfahren, sind sie entsetzt. Denn dieser trägt zu Recht den Beinamen „der wüste Marquess“. Die Warnungen der Enfields noch im Ohr, sie möge ihrem Vormund tunlichst aus dem Weg gehen, erwartet Alice, einem älteren, miesepetrigen Herrn gegenüber zu stehen. Stattdessen empfängt sie der schönste Mann, den Alice je gesehen hat. Allerdings strahlt dieser eine Kälte, Düsternis und Traurigkeit aus, die auf sie entmutigender wirken als jede Ermahnung. Abgeschreckt durch die Ausstrahlung ihres Vormunds beschließt Alice, die Warnungen der Enfields zu beherzigen und sich dumm, taub und stumm zu stellen. Ein Unterfangen, das ihr mehr als schwer fällt.

Von den neuen Umständen überrumpelt, gilt es für Rennison nun sein Mündel möglichst bald zu verheiraten. Doch offenbar ist diese nicht nur schüchtern und unscheinbar sondern auch noch dumm. Zum Glück nimmt sich seine Mutter der jungen Frau an und begibt sich auf die Suche nach geeigneten Heiratskandidaten.

Eines Abends erwischt Rennison Alice jedoch in der Bibliothek, in der sie sich ausgerechnet die Iliás von Homer als heimliche Lektüre aussucht. Alices Fassade vom naiven Dummchen lässt sich nicht länger aufrechterhalten.

Und dann tauchen die ersten Herren auf, die um die Erlaubnis bitten, ihr den Hof machen zu dürfen…

Ich sage dazu:

Herrlich! Ich habe mit großem Vergnügen mitverfolgt, wie bei seiner Lordschaft endlich der Kandelaber – oder wenigstens ein Nachtlicht – anging. Der gute hat nämlich vor, die Verpflichtung, die er einem Sterbenden gegenüber eingegangen ist, einzuhalten. Er sorgt für die äußeren Bedingungen, will Alice aber ansonsten nicht näher an sich heran kommen lassen. Dabei hat diese ihn mit ihrer temperamentvollen, klugen Art längst für sich eingenommen. Alice platzt nämlich wie ein Wirbelwind in das Leben des „wüsten“ Marquess, der seit dem Krieg eigentlich gar nicht mehr so „wüst“ ist.

Die Figuren, die die Autorin hier ersonnen hat, haben mir allesamt gut gefallen. Allen voran der grummelige Marquess, der nicht weiß wie ihm geschieht. Aber auch die lebenslustige Alice, die zwar weiß, was von ihr erwartet wird und sich in ihr Schicksal fügt, sich aber gleichzeitig nicht in Ketten legen lassen will. Die Dowager Marchioness war mir zwar nicht gerade sympathisch, konnte mich letztendlich jedoch überraschen.

Mit ihrem flüssigen und lockeren Schreibstil hatte mich Laura Gambrinus sofort am Wickel. Einmal begonnen, konnte ich ihre Geschichte von Alice und ihrem begriffsstutzigen Lord nicht wieder aus der Hand legen. Dabei kommt sie gänzlich ohne kompromittierende Szenen aus. Sprachlich ist die Story alles andere als verstaubt, bringt aber trotzdem die gesellschaftlichen Grenzen und Zwänge des Regency hervorragend Ausdruck. Manch eine Szene hat mir zudem das ein oder andere Schmunzeln entlockt.

Alles in allem hat mir dieser Roman ganz einfach Riesenspaß gemacht. Von mir gibt es daher eine glasklare Leseempfehlung.

 

 

 

 

 

 

[Rezension] Love Lessons – Nachhilfe fürs Herz von Karin Koenicke

Karin Koenicke
Love Lessons – Nachhilfe fürs Herz

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2512 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 275 Seiten

ASIN: B07H4S72NT

Darum geht es:

Die idealistische Marina hat sich mit fast 30 Jahren einen Traum erfüllt und ein Psychologiestudium in Köln begonnen. Allerdings ist sie unzufrieden damit, nichts als graue Theorie büffeln zu müssen. Als ihre fast gleichaltrige Kommilitonin und Freundin Willie ein Fachbuch des renommierten Professors Garrett Featherstone, der in Oxford lehrt, anschleppt, setzen beide Frauen alles daran, ihr Studium bei ihm fortzusetzen. Tatsächlich gelingt ihnen das. Doch kaum hat die erste Vorlesung bei Professor Featherstone begonnen, muss Marina feststellen, dass er so gar nicht ihren Vorstellungen entspricht. Während der Professor darauf beharrt, dass einzig und allein Wissen zum Erfolg führt, ist Marina der Überzeugung, dass man Menschen nur mit Empathie helfen kann. Er kann mit ihrem Idealismus nichts anfangen und kanzelt sie direkt als faul und unbegabt ab. Das kann Marina natürlich nicht auf sich sitzen lassen und streitet sich mit ihm. Aus Angst, jetzt von der Uni zu fliegen folgt sie ihm nach der Vorlesung, um sich zu entschuldigen. Doch wieder fliegen die Fetzen. Es geht sogar so weit, dass beide einen Verkehrsunfall verursachen und in einem Schnellverfahren zu 30 Sozialstunden verurteilt werden. Abzuleisten mit Gartenarbeit im Lewis-Park. Gemeinsam treten sie ihre Strafe an und fangen prompt wieder an zu streiten. Genervt von seiner miesen Laune und seiner selbstherrlichen Art fordert sie ihn heraus, eine Frau zu beeindrucken, ohne seinen Intellekt ins Spiel zu bringen. Er geht wutschnaubend darauf ein und wettet mit Marina. Dabei stellt er sich vor, einfach irgendeine seiner Studentinnen zu verführen um die Wette zu gewinnen. Doch er hat nicht mit Mrs Spencer, dem Unfallopfer, gerechnet, die zufällig des Weges kommt und alles mitbekommen hat. Sie mischt sich ein und sorgt dafür, dass die Wette um einiges erschwert wird. Er soll nämlich nicht irgendeine Studentin verführen, sondern Marina herself. Na, Mahlzeit!

Bisher hatte der Professor nie Probleme, Frauen in sein Bett zu bekommen. Gibt es doch genug Wissenschafts-Groupies unter seinen Studentinnen, die auf seinen Intellekt abfahren. Die Wette stellt ihn nun vor eine echte Herausforderung. Verzweifelt greift er zu Fachliteratur in Form von Flirt-Ratgebern…

Ich sage dazu:

Alle Charaktere in der Geschichte mochte ich auf ihre Art. Sei es die flippige Willie, die ihr Studentenleben in vollen Zügen genießen oder die berechnende Neema, Mrs Spencer und ihr Hündchen Toffee oder das Eis-Duo Ben und Jerry.

Aber auch die Unsympathen fand ich gut gelungen. Garretts Vater, dem er nie etwas recht machen kann, genauso wie seinen überheblichen Bruder und die Vorzeigetussi Juliette.

Da ich ja auf die immer schlecht gelaunten, missmutigen Typen stehe (jedenfalls in Büchern ;-)) passt Professor Garrett Featherstone prima ins Bild. Als reiner Kopfmensch bringt ihn Marina mit ihrem Helfer-Syndrom und ihrer freundlichen, gefühlvollen Art regelmäßig auf die Palme.

Marina dagegen macht es rasend, dass der Professor sich ausschließlich auf sein Wissen verlässt. Sie hört in alles Lebenslagen auf ihre Intuition, weil sie es furchtbar findet, Menschen nach Schema F zu beurteilen. Deshalb beobachtet sie ihre Umwelt und ihre Mitmenschen genau, um Ansatzpunkte zu finden, wie sie den Menschen helfen kann. Denn genau das macht sie aus. Sie ist stolz auf ihre Hilfsbereitschaft und der festen Überzeugung, dass man sie nur deswegen mag.

Mag sein, dass beide Figuren ein bisschen zu sehr in Schwarz und Weiß denken, ihre Beweggründe machen das Ganze jedoch glaubhaft. Eine klare Entwicklung lässt sich im Laufe der Geschichte außerdem erkennen.

Mit ihrer bildhaften und witzigen Schreibweise hat Karin Koenicke bei mir jedenfalls einen Nerv getroffen. Ich war in Oxford am altehrwürdigen St. Ambrose College, bin auf dem Isis Boot gefahren und habe die Grinsekatze im Lewis-Park gesehen. Bei den Flirtversuchen des Professors habe ich Tränen gelacht. Ich habe geheult, gekichert und gebangt…

Alles in allem fand ich die Story von dem Professor mit dem analytischen Verstand und der Studentin mit dem überbordenden Bauchgefühl durchweg gelungen. Deshalb kann ich sie auch guten Gewissens weiter empfehlen.

 

[Rezension] Late Summer Hope – Highland Gentleman von Jo Berger

Jo Berger
Late Summer Hope – Highland Gentleman

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1152 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 281 Seiten
ASIN: B07GV49D4M

Darum geht es:

Annie Fairfield arbeitet in der Redaktion einer Frauenzeitschrift. Als eines Tages der gutaussehende Calan McGrant, Earl of Cheshire zu einem Interview dort auftaucht, verläuft die erste Begegnung zwischen Annie und Calan alles andere als gut. Er hält sie für ein Flittchen, das Männer verbraucht wie andere Leute Taschentücher. Bei Schnupfen. Sie sieht in ihm einen arroganten Adelsschnösel.

Kurz darauf findet auf Glenlaggan Castle, einem Luxushotel in den schottischen Highlands, die Hochzeit von Annies ehemaliger Arbeitskollegin Sarah und dem Hotelbesitzer Rob statt, zu der auch Annie und Calan geladen sind. An dessen Seite steht eine biestige Blondine, die aus irgendeinem Grund in Annie eine Konkurrentin sieht…

Ich sage dazu:

Lederröcke, knappe Tops und Highheels. Das ist Annie. Dass sie dabei noch einen klugen Kopf, einen schlagfertigen Mund und ein mutiges Herz ihr eigen nennt, sieht man ihr auf den ersten Blick nicht an. Erst recht nicht, wenn sie ihrem Hobby Poledance nachgeht. Sie findet schon, dass Calan verdammt gut aussieht. Allerdings findet sie auch, dass er ein ungehobelter Wichtigtuer ist. Außerdem fühlt sie sich auf Glenlaggan Castle nicht wirklich wohl. Zwar ist sie beeindruckt von all dem Luxus, der sie umgibt, meint aber, dass sie überhaupt nicht dorthin passt. Außerdem hat sie genug Probleme. Da hat sie gar nicht den Kopf für einen Mann.

Adelsspross, kluger Geschäftsmann und Inhaber einer Whiskydestillerie mit Geld. Bei Calan haben Frauen bislang allerhöchstens Lust und Begierde ausgelöst. Was, in Dreiteufelsnamen, ist bei Annie jetzt so anders? Er hält sie für billig und niveaulos. Eigentlich genau sein Beuteschema, aber irgendetwas hat diese Annie an sich, das ihn abschreckt. Trotzdem würde er sie zu gerne flachlegen… Das Verhalten, das seine alte Freundin Fiona an den Tag legt, gibt ihm ebenfalls Rätsel auf. Fast macht es den Anschein, als wäre sie eifersüchtig. Aber das kann ja gar nicht sein.

Auch wenn mir Calan ein paar mal zu oft unverhofft vor, hinter oder neben Annie auftaucht und ganz schön viele Insekten nur knapp dem Tod durch Verschlucken entronnen sind, konnte mich die Story mal wieder in ihren Bann ziehen. Genau genommen habe ich sie sogar in einem Rutsch inhaliert.

Jo Berger erzählt hier in gewohnt witzig-spritzigem Schreibstil die Geschichte zweier Menschen, die auf den ersten Blick so gar nicht zusammen zu passen scheinen. Dabei lässt sie Annie und Calan immer abwechselnd zu Wort kommen und krönt die einzelnen Kapitel jeweils mit einem hübschen Bildchen ihrer Protas. Ob es ihr gelingt, auch für dieses ungleiche Paar ein Happyend zu finden, müsst ihr natürlich selber herausfinden.

 

[Kurzrezi] Pizza, Pasta & Amore von Elke Becker

Elke Becker
Pizza, Pasta & Amore

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1446 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 339 Seiten
ASIN: B07BL5VM55
2,99 €

Der Klappentext:

Wünscht sich nicht jede Frau den ultimativen Heiratsantrag? Julia Hadorn geht es da nicht anders. Nach einem romantischen Antrag wird ihr allerdings mehr als heiß und das liegt nicht nur an den Worten ihres Liebsten. Der Abend endet im Fiasko.
Drei Jahre später ist Julia immer noch Single. Doch ihr Traumjob rückt endlich in greifbare Nähe. Deshalb reist sie nach Rom, um dort ihr Italienisch zu perfektionieren.
Für Liebe bleibt da keine Zeit. Doch Rom hat ganz andere Pläne mit Julia …

Ich sage dazu:

Elke Becker hat einen tollen Schreibstil, der mich von der ersten Seite an mitgenommen hat. Sie erzählt hier eine wunderschöne Geschichte mit gut ausgearbeiteten, authentischen Figuren. Dabei steht gar nicht einmal die Liebesgeschichte im Vordergrund. Vielmehr geht es um Freundschaft und das Verwirklichen von Träumen. Unbedingt lesen!

Neue Kategorie

Es ist jetzt schon eine ganze Weile her seit ich „Pizza, Pasta & Amore“ von Elke Becker gelesen habe.

Der Plan war, dazu unbedingt eine Rezi zu schreiben. Ich hatte mir während des Lesens sogar den ein oder anderen schlauen Satz dazu notiert. Tja, und dann… hatte mich das Leben mal wieder fest im Griff…

Als ich endlich wieder zum Luftholen kam und Zeit für die Rezi fand, habe ich mir meine Notizen gegriffen und wollte mich ans Werk machen. Bloß war da schon wieder so viel Zeit drüber vergangen, dass ich selbst mit meinem Geschreibsel nicht mehr viel anfangen konnte.

Es ist nicht das erste Mal, dass mir das passiert ist. Wenn zu viel Zeit nach einem Buch vergangen ist, kriege ich einfach keine vernünftige Rezi mehr hin. Das ärgert mich jedesmal maßlos. Gerade in diesem Fall wollte mich das auch einfach nicht loslassen. Deshalb habe ich mir überlegt, wenigstens ein paar knappe Worte zu dem Buch zu verfassen. Da es aber so anders ist, als die Rezis, die ihr von mir gewohnt seid, gibt es ab jetzt die neue Kategorie

„Kurz & knapp“.

Wie ich mich kenne, wird die Kurzrezi zu „Pizza, Pasta & Amore“ dort auch nicht lange alleine bleiben.

 

[Lesung] Bauernhoflesung von Clara Gabriel in Lennestadt

Gestern hatte unsere Blogfotografin Claudia zum Sommer-Familienfest incl. Wohnzimmerlesung von Clara Gabriel geladen. Eine Einladung über und auf die ich mich sehr gefreut habe.

Claudia hatte die liebe Clara während der Lesung von Küpfel und Kobr in Olpe kennengelernt und kurzerhand adoptiert. 😀 Da meine Wenigkeit das Privileg genießt ebenfalls zur Wahlfamilie zu gehören, durfte ich auch kommen. :*

Mittags sollte es losgehen. Nach kurzem Hin und Her stand fest, dass mich Clara zu Hause einsammeln würde. Den Rest der Truppe, also Anja von anjas-insel und natürlich Claudia würden wir vor Ort treffen.

Selbstverständlich waren wir nicht die einzigen Gäste. Nach kurzer Vorstellung und viel zu vielen Namen, die es sich zu merken galt, hatte man aber das Gefühl sich schon ewig zu kennen und zu mögen.

Zur Stärkung gab es Leckeres vom Grill und jede Menge Salate und Desserts. Etwas später startete dann die Lesung in Claudias Wohnzimmer, das ihre Tochter Amelie mit einem standesgemäßen Thron für die Autorin von „Postkarten an Dora“ und „Rettungsring für zwei“ ausgestattet hatte.

Clara Gabriel stellte ihren Roman „Postkarten an Dora“ vor. Sie erzählte, wie sie überhaupt zum Schreiben gekommen war, würzte das Ganze mit lustigen Anekdoten vorangegangener Lesungen und las immer mal wieder Ausschnitte aus ihrem Buch vor. Zu bewundern gab es außerdem das Album mit den 192 Postkarten.

Im Anschluss durften wir noch einer süßen Geschichte aus Hundesicht von Anita Mues lauschen, die ebenfalls zu den Gästen gehörte.

Allzu schnell trieben uns die vorherrschenden Temperaturen leider wieder nach draußen. Einerseits fand ich das zwar sehr schade, andererseits war es draußen umgeben von Kühen, Schafen und Pferden einfach zu schön.

Weil die meisten ja dann doch wissen wollten, wie die Geschichte von Dora weiter geht, hatte Clara noch einiges zu tun. Bücher wechselten den Besitzer und es wurde fleissig signiert.

Im Anschluss stand auch noch eine Kutschfahrt auf dem Programm. Gut „behütet“ durften Clara, Anja und ich eine Runde mit Amelie, Claudias Tochter, und ihrem Pony Bibi in der Kutsche durch das idyllische sauerländer Dorf drehen.

Mit viel Gequassel und Gelächter haben wir diesen wunderbaren Tag danach ausklingen lassen.

Zu Hause konnte ich dann noch ein Goodie-Päckchen von Clara Gabriel in Ruhe auspacken, das die Autorin Anja, Claudia und mir als Mitglieder von Claras Crew überreicht hatte.

Alles in allem war es einfach ein wunderschöner gemeinsamer Tag, der unbedingt nach einer Wiederholung schreit.

Fotos von Anja Bayer, Claudia Schunke und Clara Gabriel mit freundlicher Genehmigung.

[Rezension] Lässig in Love von Greta Schneider

Greta Schneider
Lässig in Love

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 5851 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 348 Seiten
ASIN: B07FRGXGJP

 

Darum geht es:

Nachdem ihr bisheriger Lebensgefährte, ein gut situierter Anwalt, Studentin Elina verkündet hat, er wolle heiraten – allerdings nicht sie – steht diese plötzlich ohne Geld und ohne Job auf der Straße. Zunächst kann sie zwar bei ihrer besten Freundin und ihrem Bruder Jonas unterkriechen, doch die können sie nicht länger als ein paar Tage beherbergen. Es muss also schnell eine andere Lösung her.

Zum Glück ist da Henry, Jonas bester Freund. Dieser hat nämlich gerade ein Zimmer frei. Allerdings ist er zunächst etwas skeptisch, Elina bei sich aufzunehmen. Nach einem Treffen mit Jonas und einer bierseeligen Vereinbarung willigt er schließlich ein, sie fast mietfrei bei sich wohnen zu lassen. Jedoch gibt es eine Bedingung: Elina soll Henry einem Flirttraining unterziehen. Sie soll ihm so ein Date mit der Tochter seines Chefs verschaffen. Da ihr die Alternativen ausgehen, willigt Elina zähneknirschend ein.

Ich sage dazu:

Elina ist eigentlich eine quirlige, liebenswerte junge Frau, die nur leider ihre Ziele im Leben vernachlässigt hat. In der Beziehung mit ihrem Ex hat sie sich in ein Vorzeigepüppchen verwandelt, das nichts alleine auf die Reihe kriegt. Sie hat sich in allen Lebenslagen voll und ganz auf den Mann an ihrer Seite verlassen. Das rächt sich jetzt natürlich. Völlig mittel- und planlos steht sie vor den Scherben ihres bisherigen Lebens, die sie nun mühsam wieder zusammen setzen muss. Den Plan, Henry einem Flirttraining zu unterziehen, findet sie zwar bescheuert, nimmt die Herausforderung jedoch an.

Henry ist ein Nerd. Aber ein gutaussehender. Nur scheint er das überhaupt nicht zu registrieren. Von Natur aus sowieso schon schüchtern, hat er seit einer unschönen Abfuhr in Teenager Tagen ein Problem damit, schöne Frauen anzusprechen. Entweder bringt er kein Wort heraus oder er fängt an zu stottern.

Elina fordert ihn heraus. Sie kümmert sich zunächst um sein Äußeres und stellt ihm Aufgaben, die seinen Mut erfordern. Bei ihr ist Henry auch überhaupt nicht schüchtern. Schließlich ist Elina nur die nervige kleine Schwester seines besten Kumpels, die er schon seit Kindertagen kennt.

Mit der Zeit trägt Elinas Training Früchte. Ob es ihr gelingt, Henry so mit seiner Traumfrau zusammen zu bringen müsst ihr natürlich selber nachlesen.

Mir hat dieses Buch jedenfalls sehr gut gefallen. Witzig und mit ein bisschen Erotik erzählt Greta Schneider in locker-leichtem Schreibstil hier ihre Geschichte.
Langeweile kam dabei an keiner Stelle auf. Wenn ich auch nicht immer mit allen Entscheidungen, die die beiden getroffen haben einverstanden war, mochte ich die Protagonisten Henry und Elina von Anfang an. Und Oma Mimi ist sowieso der Knaller.

Von mir gibt es für diese süße Geschichte eine klare Leseempfehlung.

Süßes Nichtstun

Ahoi, ihr Landratten und willkommen an Bord der Stella Maris!

Dies ist meine allererste Kreuzfahrt und ich freue mich darauf. Das wird ganz sicher eine kurzweilige Angelegenheit. Ständig gibt es etwas zu sehen und zu tun. Und sicher gibt es trotzdem bestimmt auch chillige Momente, in denen man sich dem süßen Nichtstun hingeben kann. Aber Nichtstun ohne etwas zu tun, ist mit persönlich viiiiel zu langweilig. Deshalb habe ich mir für MEINE Kreuzfahrt mein Häkelzeug und ein paar andere Kleinigkeiten eingepackt.


Ich habe es mir hier an Bord auf dem Pooldeck gemütlich gemacht. Meine Liege steht ein bisschen abseits im Schatten. Ich kann den Blick schweifen lassen und wahlweise die Passagiere um mich herum oder das Meer beobachten. Es weht eine leichte Brise und neben mir steht auf einem Tischchen ein leckerer Cocktail. Ein Starfish um genau zu sein. Alkoholfrei, versteht sich. Man will ja keine bösen Überraschungen beim Häkeln erleben.

Setzt euch doch zu mir. Marcus unser Barkeeper mixt euch ganz sicher einen kühlen Drink und während wir uns unterhalten, zeige ich euch was ich hier mache.

Auf hoher See ist es sicher nie verkehrt, einen Rettungsring parat zu haben. Mein Rettungsring erfüllt am Ende zwar hoffentlich nur dekorative Zwecke, aber das passt so schön zum Thema, oder?

Ich habe mir einen Styroporring mitgebracht, dem ich jetzt erstmal ein Kleid verpasse. Da es sich hierbei um das größte Stück handelt, das zu häkeln ist, habe ich zwischendurch Zeit, euch was zu erzählen.

Das ist nämlich das schöne am Häkeln. Man taucht, anders als bei Büchern, nicht völlig ab, sondern bekommt noch etwas von seiner Umgebung mit und kann sich sogar noch mit den Mitreisenden unterhalten. Trotzdem: Zählen nicht vergessen! Schließlich soll das Stück gleichmäßig werden und nicht irgendein krummer Lappen.


Erzählen wollte ich euch aber eigentlich, wie ich zum Häkeln gekommen bin. Schuld war da dieses Buch, das ich vor ein paar Jahren auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt hatte. Es enthielt Anleitungen für sogenannte Amigurumis, kleine gehäkelte Tiere und Figuren, die man z.B. als Schlüsselanhänger oder als Deko verwenden kann. Irgendwie wollte das Buch nicht mehr raus aus meinem Kopf. Deshalb habe ich es kurzentschlossen gekauft, mich mit Wolle eingedeckt und losgelegt. Anfangs noch ziemlich unbeholfen, da ich zwar seit meiner Kindheit weiß, wie das mit dem Häkeln geht, mir jedoch die Übung fehlte. Nach und nach wuRde es besser. Inzwischen gehört Häkeln zu einem meiner liebsten Hobbies und es ist natürlich nicht bei Häkelfigürchen geblieben. Auch Schultertücher in allen möglichen Farben und Formen gehören zu meiner Leidenschaft.


Die sind auf so einem Schiff natürlich auch sehr praktisch. Abends auf dem Wasser kann es nämlich auch mal kühl werden und da ist es schön, wenn man sich in so ein weiches Tuch kuscheln kann.

So! Mein Styroporring ist jetzt eingekleidet. Zeit für ein bisschen Farbe.

Sieht schon wie ein Rettungsring aus, nicht wahr. Als Deko aber doch noch ein bisschen langweilig. Ein paar Verzierungen peppen ihn ganz sicher auf.

Ein Fischernetz gehört irgendwie auch dazu, oder?

Soweit so gut. Ein Rettungsring gehört aber griffbereit an einen Haken. Es fehlt also noch etwas, woran man ihn aufhängen kann.

…noch ein paar hübsche Knoten…

Zum guten Schluss habe ich hier noch ein paar Mitbringsel von unseren Landgängen. Die machen sich bestimmt auch noch ganz gut…

Ich finde, mein Rettungsring ist sehr hübsch geworden und passt so schön zum Titel, oder?

Anmerkung:

Die Einzelheiten meines How-to-make-a-Rettungsring habe ich euch bewusst vorenthalten. Schließlich habe ich selber ja auch nur auf das zurück gegriffen, was sich jemand anderes – nämlich die Designerin Petra Müller-Kramer – ausgedacht hat.

Solltet ihr jetzt allerdings die Lust verspüren, euren eigenen Rettungsring zu häkeln, könnt ihr die Anleitung „Türkranz „MOIN“ / jetzt klassisch gehäkelt“ von stjerne61 bei crazypatterns erwerben.

Noch eine Anmerkung:

Auf meiner Facebook-Seite Hinkenpinken kreativ könnt ihr euch ansehen, was ich sonst noch so aus Wolle mache. Däumchen und Kommentare dürft ihr bei der Gelegenheit natürlich auch gerne hinterlassen.