[Rezension] Blanche 1. Der Erzdämon von Jane Christo

Autor: Jane Christo
Titel: Blanche 01. Der Erzdämon
Format: ebook (epub)
Verlag: Sieben Verlag
ISBN: 978-3-864430-48-0
Preis (D): 8,99 €

Als Blanches väterlicher Freund und Mentor ermordet wird, kehrt diese nach Jahren zurück nach Paris. Der Stadt, in der sie ihre Kindheit verbracht und ihre Ausbildung zur Profikillerin absolviert hat. Am Grab ihres Ziehvaters Wayne schwört sie, seinen Mörder zu finden und zur Strecke zu bringen. Doch dann taucht Beliar auf. Seines Zeichens Erzdämon, Hüter des Nordens, Seneschall und Kriegsherr Saetans. Er eröffnet ihr, dass Wayne einen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist und seine Seele an ihn verkauft hat. Bloß ist diese nach seinem Ableben nicht in der Hölle erschienen. Für Blanche bleiben zwei Möglichkeiten. Entweder liefert sie Waynes Seele an Beliar aus oder tritt selber die Reise auf dem Highway to Hell an. Das passt natürlich so gar nicht zu Blanches Racheplänen, doch hat sie jetzt Beliar an der Backe, der ihr auf Schritt und Tritt folgt.

Um Waynes Mörder zu finden, braucht Blanche Informationen, die sie sich von Leo, einem Mitglied der italienischen Mafia und Waynes bestem Freund, erhofft. Was dieser ihr eröffnet, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren, doch führt es sie auch auf die Spur von Zoey, einem verstoßenen Sprössling der russischen Mafia, der gerade versucht, sowohl die italienische als auch die russische Mafia aus Paris zu vertreiben, um deren Platz einzunehmen.

Blanche hat es in ihrem Leben nicht einfach gehabt. Als 8-jährige flieht sie aus dem Waisenhaus, in dem sie mehr schlecht als recht aufgewachsen ist und wird zum Straßenkind. Mit 11 fällt sie beinah Zoey, in die Hände, wird aber von Wayne, dem Profikiller,  gerettet. Dieser nimmt sie fortan unter seine Fittiche und bildet sie selber zur Profikillerin aus. Vor diesem Hintergrund blendet sie Gefühle rigoros aus. Die einzigen Emotionen, die sie zulässt, sind Zorn, Wut und Hass. Erst als ihr Beliar begegnet, ändert sich das allmählich.

Als Beliar zum ersten Mal auftaucht, spürt man regelrecht, welche Gefahr von ihm ausgeht. Doch Blanche lässt sich davon nicht abschrecken. Sie begegnet ihm mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und mehr als einmal bekommt er ihre scharfe Zunge zu spüren.

An Beliar geht die Begegnung mit Blanche nicht spurlos vorüber. Im Gegenteil. Sie berührt ihn an einer Stelle, die er seit langem für tot gehalten hatte. Seinem Herzen!

Was mir gut gefallen hat, war, dass es sich bei Beliar nicht etwa um einen Schönling handelt, sondern um ein Wesen, das von zahllosen Kämpfen gezeichnet ist. So ist sein Körper von Narben übersät, was seine inneren Schönheit, die sich einem nach und nach erschließt, umso stärker zu Tage treten lässt. Das soll jetzt allerdings nicht heißen, dass es sich bei ihm um einen Kuschel-Dämon handelt. Wenn es um seine Blanche geht, veranstaltet er auch gerne mal ein Blutbad und lässt Körperteile durch die Gegend fliegen.

Noch etwas, das mir sehr gefallen hat. Die Action in der Geschichte! Da wird nicht lange um den heißen Brei herum geredet, sondern es geht gleich zur Sache.

Wer für mich bis zum Schluss undurchsichtig blieb, war Nella, eine junge Prostituierte, die immer wieder Blanches Weg kreuzt. Ich bin schon gespannt, wie sich das Verhältnis der Beiden in den Folgebänden entwickeln wird.

Ich habe das Buch in einer, oder besser gesagt zwei Leserunden gelesen (Die fanden zeitgleich bei http://www.lovelybooks.de und www.buchgesichter.de statt und wurden beide von der Autorin begleitet.) In beiden Leserunden waren ein häufiger Kritikpunkt die vielen französischen Begriffe. Die Geschichte spielt aber nun mal in Paris und seien wir doch mal ehrlich, „Gard du Nord“ klingt einfach so viel besser als „Bahnhof Brunsbüttel“.

Ein weiterer Kritikpunkt waren die „zu genauen“ Waffenbezeichungen und –beschreibungen. Auch dem muss ich widersprechen. Meiner Ansicht nach passen eben diese Beschreibungen und Bezeichnungen sowohl zur Titelheldin als auch zur Story.

Die Autorin betont immer wieder, dass es sich bei diesem Buch um Urban Fantasy handelt. Nicht um eine Fantasy Romance. Dabei, liebe Jane, gebe ich dir allerdings kein Recht. Die Story ist sooooo romantisch. Einzig die Bettgymnastik, die in vielen Fantasy Romance-Büchern Hauptbestandteil zu sein scheint, fällt hier etwas knapper aus. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Man spürt das Prickeln zwischen Blanche und Beliar und kann bei weiteren Aktivitäten der Beiden getrost seine Fantasie spielen lassen.

Was mich total begeistert hat, war der Schreibstil der Autorin. Klar und flüssig und mit so viel Wortwitz und sarkastischem Humor geschrieben, dass man das Gefühl hat, sich die einzelnen Sprüche für den späteren Eigengebrauch notieren zu müssen. Dabei enthüllt sie nach und nach die Vergangenheit der einzelnen Protagonisten. So fügt sich ein Puzzlestein zum anderen, bis am Schluss alles ein rundes Ganzes ergibt.

Wer sich von dem zugegebenermaßen hohen Preis für das Taschenbuch nicht abschrecken lässt, bekommt einen hervorragend recherchierter Roman, der einen tief in Maffiastrukturen eintauchen lässt, gespickt mit höllischer Action. Ich jedenfalls freue mich schon auf den 2. Teil der Trilogie, der im Oktober 2012 erscheint.

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