[Rezension] Todfracht von Derek Meister

Autor: Derek Meister
Titel: Todfracht

Format: Broschiert

Verlag: Blanvalet Verlag

ISBN: 978-3-442-36894-5

Preis (D): 12,00 €

Darum geht es:

Lübeck 1393. Die Vitalienbrüder haben den Ostseehandel blockiert. Lübeck droht eine Hungersnot. Außer vielleicht Rungholt, denn der steht wie immer gut im Futter.

Gerade als er wieder einmal versucht, seiner Wasserangst Herr zu werden und schon beinahe einen Zeh in die Trave getaucht hat, ertönt von einer Kogge im Hafen ein Schrei. Ein Todesschrei! Gemeinsam mit seinem Freund und Kapitän Marek Bølge geht er dem Schrei nach und finden im Laderaum des Schiffes die Leiche eines Mannes, sowie die Frau des Ermordeten, die Zeugin der schändlichen Tat wurde. Sofort erwacht der Bluthund in Rungholt und er setzt sich auf die Spur der Mörder.

Da Rungholt sich schon auf den ersten Blick ein bisschen in Cyrielle, die Frau des Ermordeten, verliebt, quartiert er sie prompt bei sich zu Hause ein. Aus Sicherheitsgründen, wie er seiner Frau Alheyd erklärt. Dass er damit sogar richtig liegt, soll sich noch zeigen.

Als kurz daruf die Leiche einer Prostituierten in einer Sickergrube gefunden wird, verlangt Kerkring, Rungholts verhasster Rivale, von ihm, auch diesen Mord aufzuklären. Denn Kerkring hat Rungholt in der Hand und setzt alles daran, sein altes Amt als Rychtevogede zurück zu erlangen.

Ich sage dazu:

Auch wenn dem dicken Lübecker Kaufmann seine Figur und die damit verbundenen Gesundheitsprobleme zu schaffen machen, hat er doch nichts von seinem Spürsinn eingebüßt. Zusammen mit seinem Freund Marek begibt er sich auf Mörderjagd.

Ob seine Art, die Leichen zu untersuchen, ihm den Beinamen Ligawyj (russ. Bluthund) eingebracht hat, wird nicht ganz klar. Da er aber aufgrund seiner Kurzsichtigkeit oftmals ganz nah an die Körper heran muss, scheint es so, als würde er daran schnüffeln und so die Spur der Mörder aufnehmen.

Diesmal mit gleich zwei Morden beschäftigt, schreckt er auch nicht davor zurück, das Gesetzt in seinem Sinne zu beugen. Einbruch, Diebstahl und Drohungen gehören zu seinem Handwerk und bringen ihn in so manche kuriose Situation. Auch seine Wutanfälle erweisen sich letztendlich oft als hilfreich.

Marek nimmt Rungholts Art, die Dinge zu regeln, wenn auch murrend, hin und steht seinem Freund stets hilfreich zur Seite. Die Streitereien der beiden dabei haben mich jedenfalls köstlich amüsiert.

Aber totz der oftmals witzigen Situationen handelt es sich hier um eine Geschichte, die auch vor Blut trieft. Verbrennungen, Schnitt- und Stichverletzungen und abgetrennte Körperteile sind hier zu finden. Ebenso wie die sehr bildlich beschriebenen Lebensumstände im Mittelalter.

Dabei bedient sich der Autor einer oft derben Sprache, gespickt mit mittelalterlichen Begriffen. Diese kann man jedoch am Ende des Buches in einem recht umfangreichen Glossar nachschlagen.

Mit hat dieser 4. Teil der Reihe um den dicken Lübecker Patrizier wieder gut gefallen. Auch, dass im Laufe der Bücher immer mehr Details aus Rungholts Vergangenheit ans Licht kommen, finde ich gut. Ich mag einfach seine bärbeißige Art und freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Fazit:

Ein Mittelalter-Krimi, den ich guten Gewissens weiter empfehlen kann.

Die Reihenfolge der einzelnen Bände:

  1. Rungholts Ehre
  2. Rungholts Sünde
  3. Knochenwald
  4. Todfracht
  5. Flutgrab

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