[Rezension] Ein plötzlicher Todesfall – J.K. Rowling

Originaltitel: The Casual Vacancy
Format: ebook
Verlag: Carlsen
ISBN-13: 978-3-646-92888-4
Preis [D]: 14,99 €
Darum geht es:
Es geht um Fields, die Sozialsiedlung zwischen Pagford und Yarvil und es geht um deren Bewohner. Es geht um die Drogenklinik Bellchapel und um deren Erhalt oder Schließung.
J.K. Rowling gewährt dem Leser einen Blick hinter die Heile-Welt-Fassade des Städtchens Pagford. Was nutzen einem die schönen Häuser und Blumenkästen, wenn in den Herzen der Menschen mehr Dreck steckt, als in den Vorgärten vonFields? Und wie sieht es umgekehrt aus? Findet sich unter all dem sozialen Dreck von Fields vielleicht ein Juwel?
Barry Fairbrother, selber in Fields aufgewachsen, glaubte, dieses Juwel in der 16-jährigen Krystal Weedon gefunden zu haben. Als einer der wenigen, die es „da raus“
geschafft haben war sein Ziel, denjenigen eine Chance zu geben, die eine Chance brauchen.
Was passiert aber nun, wenn ein politisch und gesellschaftlich engagierter Mensch plötzlich stirbt und zudem noch einen Platz im Gemeinderat hinterlässt, den es neu zu besetzen gilt?
Zum einen sind da natürlich die Freunde des Verstorbenen, die den Kampf um die Sozialbausiedlung Fields in dessen Sinne fortführen wollen. Zum anderen natürlich dessen Gegner. Und was ist mit der Familie? War Barry Fairbrother wirklich der Gutmensch, für den ihn alle gehalten haben?
Während sich die Bewohner Pagfords mehr oder weniger offen streiten und intrigieren, nutzen ein paar von ihren Eltern genervte Jugendliche unabhängig voneinander die unzureichend gesicherte Website des Gemeinderats für ihre Zwecke aus. Unter dem Benutzernamen Der_Geist_von_Barry_Fairbrother veröffentlichen sie streng gehütete Familiengeheimnisse, was natürlich zu noch mehr Spekulationen und Wut bei den Pagfordern führt.
Ich sage dazu:
Es passiert nicht wirklich viel in diesem Buch. Auch wimmelt es nicht gerade vor Sympathieträgern. Es ist kein Krimi. Es ist kein Thriller. Es ist erst Recht keine Geschichte von Zauberern und Muggeln und doch hat dieses Buch irgendetwas.
Der Schreibstil war angenehm und flüssig zu lesen, wobei die Sprache – situationsbedingt – auch hin und wieder Gossen-Niveau erreicht.
Was mir Schwierigkeiten bereitet hat, war die Vielzahl der Namen. Jedenfalls so lange, bis ich sie mir aufgeschrieben habe.
Dargestellt sind nur die groben Zusammenhänge. Mehr Verbindungen einzuzeichnen hätte zu einem einzigen Kuddelmuddel geführt und wäre somit ganz sicher nicht übersichtlicher geworden.
Am Stück konnte ich dieses Buch allerdings nicht lesen. Zwischenzeitlich hatte ich einfach das Bedürfnis nach etwas anderem und habe deshalb noch 2 Bücher nebenher gelesen. Damit will ich keineswegs sagen, dass ich das Buch schlecht fand. Ich habe nur ein bisschen länger dafür gebraucht. Auf meine Favoriten-Liste gehört es deshalb aber auch nicht. Eine Bewertung von 4 von 5 Sternen halte ich aber durchaus für angebracht.
Fazit:
Wer hier Harry Potter für Erwachsene erwartet, liegt eindeutig falsch. Gesellschaftsstudie ist wohl der Begriff, der am ehesten passt.

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