[Rezension] Erebos – Ursula Poznanski

Titel: Erebos
Format: Broschiert
Verlag: Loewe
ISBN-13: 978-3-7855-7361-7
Preis [D]: 9,95 €
weitere Eckdaten: ab 12, Erstmals erschienen 2011, 5. Auflage 
488 Seiten, 12.5 x 19.0 cm 
Darum geht es:
An einer Londoner Schule werden unter der Hand Kopien des Computerspiels Erebos unter den Schülern verbreitet. Auch Nick Dunmore erhält eines Tages solch eine CD. Er erschafft seine Spielfigur Sarius und ist vom ersten Moment an gefesselt von der Welt, die sich auf seinem Bildschirm vor ihm auftut.
Doch es gilt, strenge Regeln einzuhalten. Nick muss sich verpflichten, Erebos nur alleine zu spielen und er darf sich mit niemandem über den Inhalt des Spiels austauschen. Auch der Name seiner Spielfigur muss geheim bleiben.
Arglos stimmt er den Bedingungen zu und dringt immer tiefer in die Welt von Erebos ein. Das unheimliche jedoch ist, dass Erebos ihn zu kennen scheint und tatsächlich mit ihm kommuniziert. Auch muss er Aufgaben erfüllen, die in das reale Leben übergreifen und wird nach erfolgreichem Abschluss mit einem Aufstieg des Levels oder Ausrüstungsgegenständen entlohnt.
Zunächst erscheinen diese Aufgaben harmlos. Bis er eines Tages einen Auftrag erhält, der alles andere als harmlos ist…
Ich sage dazu:
Obwohl ich schon sehr viel gutes über dieses Buch gehört hatte, war ich anfangs doch ein klitzekleines bisschen skeptisch, ob es mir gefallen würde. Doch kaum hatte ich die ersten Seiten gelesen, war ich mitten in der Story.
Zusammen mit Nick habe ich gebangt und gelitten, habe mit Sarius gekämpft und konnte es kaum abwarten, welche Aufgabe der Bote als nächstes für ihn bereit hielt.
Schön fand ich, dass man immer klar unterscheiden konnte, wo man sich gerade befand. Denn die Szenen in der realen Welt sind nämlich in der Vergangenheitsform geschrieben, während die Autorin für die Spielszenen die Gegenwartsform gewählt hat. Der flüssige Schreibstil tat sein übriges.
Die Idee von einem Computerspiel, das mit seinen Spielern interagiert und auch ins reale Leben übergreift, finde ich gar nicht mal so abwegig. Auch nicht die Idee, dass eben diese Technologie als Waffe missbraucht wird.
Besonders gelungen fand ich das Verhalten der Charaktere im realen Leben. Auf der einen Seite die Spieler, die ganz eindeutige Suchtanzeichen vorweisen. Insbesondere dann, wenn sie aus welchem Grund auch immer, nicht mehr spielen können und mit allen Mitteln versuchen, an ihren „Stoff“ zu gelangen. Auf der anderen Seite dann die Nichtspieler, denen die veränderten Persönlichkeiten der Spieler Sorge bereiten und die entsprechend versuchen, ihre Freunde von dem Spiel weg zu bekommen. Hinzu kommt ein allgemeines Misstrauen. Keiner traut mehr dem anderen. Jeder fühlt sich beobachtet und bespitzelt…
Bleibt zum Schluss noch zu sagen, dass dieses Buch einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Obwohl ich es ja inzwischen beendet habe, erwische ich mich immer wieder dabei, in meiner aktuellen Lektüre nach Nick, Sarius, Emily, Victor & Co. Ausschau zu halten. Nur um dann festzustellen, dass ich die dort gar nicht finden kann. 🙂
Fazit:
Tolle Story. Toller Schreibstil. Absolut fesselnd. Und deshalb zurecht mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

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