[Rezension] Knochenwald – Derek Meister

Autor: Derek Meister
Titel: Knochenwald
Format: Broschiert
Verlag: Blanvalet Verlag
ISBN: 978-3-442-37932-3
Preis (D): 8,99 €

1392. Der Papst hat ein Jubeljahr ausrufen lassen, weil in Andechs heilige Reliquien gefunden wurden, die schon seit hundert Jahren als verschollen galten. Das heißt, dass man nicht unbedingt nach Rom oder Santiago de Compostela pilgern muss, um seine Absolution zu erhalten. München heißt das Ziel in diesem Jahr.

Verfolgt von den Taten seiner Vergangenheit macht sich auch der Lübecker Patrizier Rungholt auf den Weg dort hin.

Leider geht beim Warten darauf, vor den heiligen Reliquien beten zu können, Rungholts Temperament mal wieder mit ihm durch. Er wird aus der Kirche geworfen und erhält Kirchenverbot. Die Absolution zu empfangen rückt damit für ihn in unerreichbare Ferne.

Rungholt sieht sich schon in der Hölle schmoren, als seine Tochter Margot ihn bittet, eine Freundin zu suchen, die seit Tagen spurlos verschwunden ist. Es handelt sich um Frau des Goldschmieds Smidel, der die Möglichkeit hat, Rungholt heimlich zu den Reliquien vorzulassen.

Aus zunächst völlig eigennützigen Motiven macht Rungholt sich also auf die Suche nach der jungen Frau. Dabei kommt er einer Intrige auf die Spur, die ihn in Alchemistenkreise führt und tief in den Wald zu einer alten, verfallenen Mühle.

Um eine Abmahnung wegen Verletzung des Urheberrechts zu vermeiden, habe ich das Zitat, das hier stand, sicherheitshalber gelöscht. Ihr könnt es auf S. 380 im Buch nachlesen. 😉

Dieses Zitat beschreibt den dicken Lübecker Patrizier eigentlich schon recht gut, würde er doch viel lieber auf seiner Bank in seinem Hof in Lübeck sitzen, statt auf Verbrecherjagd zu gehen.

Lange habe ich es vor mir her geschoben, diesen 3. Teil der mittelalterlichen Krimi-Reihe um den Lübecker Patrizier Rungholt zu lesen. Mir war einfach nicht nach historischen Romanen. Jetzt frage ich mich natürlich, warum ich so lange gezögert habe.

Ich mag ihn einfach, diesen bärbeißigen alten Stinkstiefel! Mit seiner cholerischen Art versteht er es meisterhaft, alles und jeden gegen sich aufzubringen. Und doch kommt er der Verschwundenen mit viel detektivischem Geschick langsam aber sicher auf die Spur. Murrend und knurrend schnüffelt „der Bluthund“ sich durch München. Begleitet wird er dabei von seinem Freund und Kapitän Marek Bølge, der Rungholts herrische Art mehr oder weniger gleichmütig über sich ergehen lässt.

Marek mag ich im Übrigen auch sehr gern. Er ist zwar Rungholts Angestellter, gleichzeitig aber auch sein Freund. Dabei ist er so gutmütig, dass er sich von Rungholt so einiges, aber bei weitem nicht alles gefallen lässt.

Die Schreibweise des Buches war größtenteils sehr flüssig zu lesen. Durch die mittelalterlichen Begriffe oder auch durch ein paar lateinische Sätze wurde ich in meinem Lesefluss allerdings ein bisschen gebremst. Dies macht der Autor dann aber mit einem umfangreichen Glossar am Ende des Buches wieder wett.

Dieser 3. Fall, den es für Rungholt zu lösen galt, hat mir im Großen und Ganzen recht gut gefallen, auch wenn ich die Story diesmal nicht ganz so spannend fand. Dass der Autor gute Recherchearbeit geleistet hat, ist auf jeden Fall klar zu erkennen.

Ich vergebe deshalb 8 von 10 Punkten bzw. 4 von 5 Sternen.

*Die Reihenfolge der einzelnen Bände:*

  1. Rungholts Ehre
  2. Rungholts Sünde
  3. Knochenwald
  4. Todfracht
  5. Flutgrab

Hinkenpinken international oder in 6 Stunden um die Welt

Das geht nicht, sagt ihr? Doch, doch. Passt auf…

Mein Mann hat heute Geburtstag. Statt einer Feier hat er sich aber lieber einen Ausflug mit seiner Family gewünscht. Nach kurzer Beratung stand fest, wir fahren zu den Pyramiden.

Mal eben nach Ägypten??? Nein, nein. Warum denn in die Ferne schweifen… Diese Pyramiden meine ich:
2012.09 Sauerland-Pyramiden 001

Die stehen nämlich gar nicht so weit von uns entfernt. Genau genommen stehen die sogar in dem Örtchen, in dem ich aufgewachsen bin.

Dort gab es aber nicht nur Pyramiden zu bewundern, sondern auch ein paar südamerikanische Nasenbären.

Im Inneren der Pramiden ging unsere Reise dann weiter. Von Bayerischen Wolpertingern und anderen Fabelwesen zur Grube Messel in die Urzeit

2012.09 Sauerland-Pyramiden 016

und von dort weiter in die Welt der Enten.

Unterwegs hat mein Sohn noch nach ein paar Fossilien in einer Schieferplatte gegraben und gleich einen Volltreffer gelandet. Er darf sich darum fortan „Mini-Paläontologe“ nennen.

Nach einer kurzen Kaffeepause mit deutschem Erdbeer-Rhabarber-Streusel-Kuchen ging es dann weiter zu einem Spaziergang durch Felder, Wiesen und Wälder. Der letzte Stopp unserer Reise lag in China. Es galt, sich durch das Buffet beim Chinamann zu futtern. Anschließend mussten wir nur noch vollgefressen Richtung Auto rollen und die Heimreise antreten.

Jetzt, zurück auf der Couch kann ich sagen, dass mir die Wolpertinger-Ausstellung eigentlich gar nicht gefallen hat. Tote Tiere nicht nur auszustopfen sondern auch noch wie ein Puzzel aus verschiedenen Körperteilen unterschiedlicher Tiere zusammenzusetzen finde ich absolut unnötig. Deshalb gibt es auch keine Fotos. Die Ausstellungsstücke aus der Grube Messel fand ich schon interessant aber mein absolutes Highlight auf unserer „Weltreise“ war die Duckomenta. Eine überaus geniale Ausstellung mit entastischen Gemälden und Artefakten. Kann ich nur empfehlen.

Einen tollen Bildband zu der Ausstellung gab es auch, der mir aber mit rund 50 € eindeutig zu teuer war.

Ein paar Postkarten waren aber doch noch drin.

Für mehr Infos zu unserer Reise guckt ihr hier:

http://www.galileo-park.de/

http://www.duckomenta.de/

[Rezension] Honey Driver ermittelt 1. Mord ist schlecht fürs Geschäft – Jean G. Goodhind

Autor: Jean G. Goodhind
Titel: Honey Driver ermittelt 1. Mord ist schlecht fürs Geschäft
Originaltitel: Something in the Blood
Format: Taschenbuch
Verlag: aufbau Verlag
ISBN: 978-3-7466-2515-7
Preis (D): 8,99 €

*Inhalt:*

Honey Driver ist verwitwet, hat eine 18-jährige Tochter, eine nervige Mutter und leitet ein kleines Hotel in Bath. Weil sie mal in einem Bewährungsbüro gearbeitet hat (sie hat dort die Berichte der Bewährungshelfer getippt), wird sie vom Hotelverband auserkoren, die Verbindungsfrau zur Polizei zu sein und immer dann einzuschreiten, wenn es um Touristen geht.

Kaum ernannt, steckt Honey auch schon mitten in ihrem 1. Fall. Ein amerikanischer Tourist ist aus einer Pension verschwunden. Als dann auch noch seine Leiche aus dem Fluss gezogen wird, ist klar, dass der Mann nicht einfach nur irgendwo versackt ist.

*Meine Meinung:*

Honey war mir von Anfang an sympathisch. Gleiches gilt für ihre Tochter. Ihre Mutter dagegen möchte ich nicht geschenkt haben. Diese versucht nämlich ständig, Honey mit einem geeigneten Mann zu verkuppeln. Geeignet natürlich nur ihn ihren Augen. Dabei zieht sie alle Register und mischt sich überhaupt in alles ein.

Steve Doherty, Honeys Verbindungsmann bei der Polizei mochte ich auch nicht wirklich. Von Anfang an steht fest, dass Doherty Honey ins Bett kriegen will, sie aber ansonsten überhaupt nicht ernst nimmt. Zum Glück ist sich Honey schnell über die Absichten von Doherty klar und lässt ihn am ausgestreckten Arm verhungern.

Aber obwohl sie sich nicht leiden können, spürt man doch das Knistern zwischen Doherty und Honey. Deshalb bin ich auch schon gespannt darauf, wie sich die Beziehung der beiden zueinander in den Folgebänden entwickeln wird.

Bei Casper St. John Gervais, dem Vorsitzenden des Hotelverbandes bin ich mir bis zum Ende nicht sicher gewesen, ob ich ihn nun mag oder nicht. Der exzentrische Homosexuelle hat mich zwar auf der einen Seite amüsiert, ging mir aber auf der anderen Seite auch fürchterlich auf den Keks.

Der Kriminalfall war in meinen Augen recht gut durchdacht. Einen möglichen Täter hatte ich auch schnell ermittelt. Doch war er es auch wirklich? Das Ende hat mich auf jeden Fall überrascht. Denn auf die Hintergründe der Tat wäre ich nie im Leben gekommen.

Was mich ein bisschen gestört hat, war, dass die Polizei, sprich Doherty, so gar nicht recht ermittelt. Mit Haftbefehlen war man zwar schnell bei der Hand, nur um festzustellen, dass Honey Driver allen mal wieder einen Schritt voraus war und der Verdächtige wieder freigelassen werden musste.

Der Schreibstil dieses Buches ist zwar größtenteils flüssig und ließ sich gut lesen. Stellenweise fand ich die Story aber ein bisschen abgehackt. Auch fanden Szenenwechsel ohne erkennbaren Absatz statt. Das wiederum laste ich aber nicht mal der Autorin an, sondern eher dem Verlag.

*Fazit:*

Alles in allem hat mir dieser Auftakt der Reihe aber doch recht gut gefallen. Auch wenn ich jetzt nicht das Verlangen habe, alle Bände hintereinander weg zu lesen.

*Die Reihenfolge der einzelnen Bände:*

Honey Driver ermittelt

  1. Mord ist schlecht fürs Geschäft
  1. Dinner für eine Leiche
  1. Mord zur Geisterstunde
  1. Mord nach Drehbuch
  1. Mord ist auch eine Lösung
  1. In Schönheit sterben
  1. Der Tod ist kein Gourmet
  1. Mord zur Bescherung (erscheint am 05. Oktober 2012)

[Rezension] Books & Braun 1. Das Zeichen des Phönix von Pip Ballentine & Tee Morris

Autor: Pip Ballantine & Tee Morris
Titel: Books & Braun 1. Das Zeichen des Phönix
Originaltitel: Phoenix Rising
Format: ebook (epub)
Verlag: Egmont-Lyx Verlag
ISBN: 978-3-8025-8643-9
Preis (D): 8,99 €

(meine Rezi vom 20.07.2012)
*Inhalt:*

Wellington Thornhill Books, Esquire, Chefarchivar des Ministeriums für Eigenartige Vorkommnisse, ist zwar ein ausgebildeter Geheimagent, nichtsdestotrotz verrichtet er als Archivar einen eher passiven Dienst im Keller des Ministeriums. Damit ist er zwar auf der einen Seite glücklich, andererseits echauffiert er sich über den Mangel an Anerkennung für seine Abteilung. Hält er diese doch für das Herzstück des Ministeriums.

Als er eines Tages entführt und in eine Festung in der Antarktis gefangen gehalten wird, wird er von der waffen- und sprengstoffstarrenden Agentin Eliza D. Braun gerettet. Diese hat ihre ganz eigene Auffassung von geeigneten Methoden, ihr Ziel zu erreichen. Die meisten davon enden mit einem ohrenbetäubenden KAWUUUMMM!

Als sie während der Rettungsaktion die Festung in der Antarktis ebenfalls pulverisiert und damit wertvolle Artefakte vernichtet, wird sie strafversetzt. Ausgerechnet ins Archiv zu Wellington, der alles andere als erfreut darüber ist.

Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, stößt Eliza bei der Durchsicht der so genannten „vergessenen Fälle“ auf den letzten Fall ihres früheren Partners, der diesen in den Wahnsinn und damit auf direktem Wege nach Bedlam, dem berühmt-berüchtigten Londoner Irrenhaus, geführt hat.

Elizas Ehrgeiz ist geweckt und selbst Welly – wie sie ihn liebevoll nennt – lässt der Fall nicht kalt. Gemeinsam nehmen sie die Ermittlungen wieder auf.

*Meine Meinung:*

Die Geschichte beginnt gemächlich. Zwar startet die Story direkt mit einer Explosion, doch danach dauert es ein Weilchen, bis sie endlich Fahrt aufnimmt und immer spannender wird. Jetzt könnte man meinen, dass der Anfang etwas langweilig wäre. Dem ist aber ganz und gar nicht so.

Die Charaktere, die das Autoren-Duo hier ersonnen hat, sind nämlich so unterschiedlich, wie zwei Menschen nur sein können. Damit sind natürlich so manche witzige Situationen vorprogrammiert, die Pip Ballentine und Tee Morris mit einem flüssigen Schreibstil und augenzwinkerndem Humor in Szene setzen.

Während Eliza eher freizügig ist und auf Waffen und Sprengstoff steht und auch einer handfesten Prügelei nicht abgeneigt ist, ist Wellington das glatte Gegenteil. Er ist total verklemmt und sucht sein Heil in der Wissenschaft. Als hochintelligenter Tüftler hat er außerdem so manche brauchbare Apparatur gebaut. Prinzipientreu, regelkonform und friedfertig wie er ist, lässt er sich nur widerwillig von Eliza in ihre Nachforschungen über die Gesellschaft de Phönix mit hineinziehen. Allerdings hält er im Laufe der Geschichte doch noch so einige Überraschungen parat. Doch nicht nur Wellington vermag den Leser zu überraschen. Auch Eliza ist nicht so einfach gestrickt, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint.

Die Beziehung der beiden zueinander ist ebenfalls schön beschrieben. Eliza hat kein Problem damit, ihren Körper zu zeigen und gegebenenfalls als Waffe einzusetzen. Sie steht zu ihrer Sexualität und Weiblichkeit. Wellington dagegen ist ganz der englische Gentleman. Statt einen Blick zu riskieren oder auch mehr, verschließt er lieber die Augen um Eliza (oder sich selbst?) nicht zu kompromittieren.

In erster Linie wird in diesem Buch natürlich der Fall um die Geheimgesellschaft des Phönix beschrieben. Durch so genannte „Zwischenspiele“, bei denen es u.a. um eine Intrige geht, das Ministerium für Eigenartige Vorkommnisse zu schließen, wird die Neugier des Lesers auf weitere Geschichten geweckt. Ich jedenfalls freue mich schon auf den 2. Teil der Reihe, der im Dezember erscheint.

Alles in allem ist dieser Auftakt zur Reihe um das Agentenpaar Books und Braun ein wirkliches Lesevergnügen, das ich jedem, der Steampunk mag, ans Herz legen kann.

*Die Reihenfolge der einzelnen Bände:*

  1. Das Zeichen des Phönix
  1. Die Janus-Affäre (12/12)

[Rezension] Stadt der Finsternis 1. Die Nacht der Magie von Ilona Andrews

Autor: Ilona Andrews
Titel: Stadt der Finsternis 1. Die Nacht der Magie (Hier geht’s direkt zum Buch)
Originaltitel: Magic Bites
Format: Klappbroschur
Verlag: Egmont-Lyx
ISBN: 978-3-8025-8214-1
Preis (D): 12,95 €

Inhalt:

Atlanta in der Zukunft. Es gibt Technik- und Magiephasen in denen mal das eine, mal das andere funktioniert. Doch die Magie hat ihren Preis. Hochhäuser sind, von Magie zerfressen, in sich zusammen gestürzt. Strom gibt es nur während der Technikphasen und Autos und Telefone funktionieren nur bedingt. Die Straßen sind bevölkert von all den alptraumhaften Wesen, von denen man früher glaubte, es gäbe sie nur in Legenden…

Kate Daniels ist eine Söldnerin, die die Wesen, die von der Magie hervorgebracht wurden, bekämpft.

Als ihr Vormund getötet wird und man neben seiner brutal verstümmelten Leiche einen geköpften Vampir findet, erhält sie vom „Orden der mildtätigen Hilfe“ (für den auch ihr Vormund arbeitete) die Erlaubnis, seinen Mörder zu jagen und zur Strecke zu bringen.

Ihre Ermittlungen führen sie von den Nekromanten, die über Vampire gebieten und über große Macht verfügen zu den Gestaltwandlern. Curran, der Herr der Freien Bestien, ist zunächst ein Verdächtiger, entpuppt sich letztendlich aber als Verbündeter.

Irgendwann schein der Schuldige gefunden. Doch war das wirklich schon alles? Kate hat das ungute Gefühl, irgendetwas übersehen zu haben…
Meine Meinung:

Dass man sich bei einem Fantasy-Roman plötzlich in einer anderen Welt wieder findet, ist sicher nichts Ungewöhnliches, und dass man sich erst einmal an diese neue Welt gewöhnen muss sicherlich auch nicht. Hier allerdings hat mir das echte Probleme bereitet. Auf den ersten 100 Seiten hab ich eigentlich nur Bahnhof verstanden. Da ist von dem „Volk“ die Rede, von M-Scans und Magie „die in vollem Schwange ist“…

Ein paar mehr Erklärungen wären da schön gewesen. Irgendwann hatte ich mich dann aber irgendwie an diese sonderbare Welt gewöhnt oder sagen wir lieber mit ihr arrangiert.

Spätestens im letzten Drittel waren dann aber alle Unklarheiten vergessen und ich konnte das Buch nur noch schwer aus der Hand legen.

Was mir gut gefallen hat, war, dass die Vampire diesmal nicht die sexy Schönlinge waren, wie man sie aus vielen Fantasy-Romanen kennt. Im Gegenteil. Hier sind die Blutsauger so richtig fies. Aber noch lange nicht die fiesesten Wesen, die man an diesem Buch so trifft.

Auch die Gestaltwandler fand ich gut getroffen. Gerade die Zwischenform zwischen Tier und Mensch stelle ich mir als nicht sehr ansehnlich vor. Curran als Obermacker tendiert dann allerdings doch wieder eher in Richtung Schönling. Wobei ich die Beschreibung seiner Tiergestalt dann doch ein bisschen übertrieben fand. Sicher, als Obermufti kann er nicht in Hauskätzchen-Größe daher kommen, aber DAS Vieh passt nach der Beschreibung mal nicht in den Katzenkorb.
Kate, die Schwert schwingende Kampfmaschine mit großer Klappe war mir leider nicht wirklich sympathisch. Aber ich glaube, diesen Anspruch würde sie auch gar nicht erheben.

Nachdem ich dann also ans Ende dieses Buches gekommen bin, weiß ich immer noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Die Welt ist mir zu kompliziert, aber die Story wirklich gut. Außerdem interessiert mich noch, wie sich das Verhältnis von Curran und Kate weiter entwickelt und natürlich ihre Herkunft. Ich habe da so einen Verdacht…

Fazit:

Ob ich diese Reihe weiterverfolge, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Kann natürlich sein, dass doch mal wieder die Neugier siegt.

Die Reihenfolge der einzelnen Bände:

  1. Die Nacht der Magie
  1. Die dunkle Flut
  1. Duell der Schatten
  1. Magisches Blut
  1. Ruf der Toten

[Rezension] Der Kelch von Anavrin 1. Das Herz des Jägers von Lara Adrian (Tina St. John)

Autor: Lara Adrian (schreibt als Tina St. John)
Titel: Der Kelch von Anavrin 1. Das Herz des Jägers
Originaltitel: Heart of the Hunter
Format: kartoniert mit Klappe
Verlag: Egmont-Lyx
ISBN: 978-3-802-58519-7
Preis (D): 9,99 €

Inhalt:

Eine alte Legende besagt, dass einst der Drachenkelch aus dem verborgenen Land Anavrin von einem Sterblichen gestohlen wurde. In der Welt der Sterblichen teilte sich der Drachenkelch in vier Teile. Vier goldene Kelche, jeweils besetzt mit einem magischen Edelstein. Sollten diese vier Teile wieder vereint werden, erwarten den Besitzer des Kelchs unvorstellbare Macht und Reichtum, sowie Unsterblichkeit.

Bei der Suche nach diesem Kelch wird Arianas Bruder Kenrick entführt. Die Entführer bestellen Lady Ariana of Clairmont nach Rouen in Frankreich. Um ihren Bruder lebend wieder zu bekommen, soll sie die Schriftstücke und Tagebücher, die ihr Bruder während der Suche zusammengetragen hat, den Entführern aushändigen. Als sie unterwegs in Lebensgefahr gerät, wird sie von Braedon le Chasseur – dem Jäger – gerettet. Sie bittet ihn, sie nach Frankreich zu begleiten. Unweigerlich finden sich Ariana und Braedon in einer mörderischen Hetzjagd nach dem Drachenkelch wieder…

Meine Meinung:

Wer hier eine historische Liebesgeschichte erwartet, liegt falsch. Die Jahreszahl am Anfang des Buches ist wohl das einzig historische an dieser Geschichtet. Damit schafft die Autorin aber die Grundlage für eine mittelalterliche Welt in einem eigentlich Urban-Fantasy-Roman.

Zu Anfang spielen die Fantasy-Elemente auch nur eine untergeordnete Rolle, gewinnen im Verlauf der Geschichte jedoch mehr und mehr an Bedeutung.

Den Anfang der Geschichte fand ich im Übrigen etwas holprig. Nach ein paar Seiten findet Lara Adrian aber zu ihrer gewohnten Form zurück.

Natürlich spielt auch wieder die Liebe eine große Rolle. Obwohl Braedon eigentlich nichts (mehr) mit dem Drachenkelch zu tun haben will, ist sein Verlangen nach Ariana größer als seine Prinzipien. Auch Ariana, die sich zuerst vor dem düsteren, schweigsamen Mann fürchtet, fühlt sich mehr und mehr von ihm angezogen…

Eine Fortsetzung kann ich mir gut vorstellen, da ja bisher nur ein bzw. zwei Kelche gefunden wurden. Außerdem könnte auf der Suche nach den verbleibenden Kelchen Kenrick prima unter die Haube gebracht werden. 😉

Fazit:

Wo Lara Adrian drauf steht, ist auch Lara Adrian drin. 😉

  1. Das Herz des Jägers (Heart of the Hunter)
  1. Das magische Siegel (Heart of the Flame) (Juni 2012)
  1. (Heart of the Dove)

[Rezension] Dr. David Hunter 4. Verwesung – Simon Beckett

Autor: Simon Beckett
Titel: Verwesung (Hier geht’s direkt zum Buch)
Originaltitel: The Calling of the Grave
Format: Taschenbuch
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-24866-5
Preis (D): 9,99 €

(meine Rezension vom 05.09.2012)

*Inhalt:*

Im Dartmoor wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden. Dr. David Hunter soll bei der Identifikation der Leiche helfen, was auch nicht weiter schwer fällt, da der Mörder bereits bekannt und geständig ist. Doch Jerome Monk hat noch weitere Morde gestanden. Nur kann oder will er sich nicht erinnern, wo er die Leichen der jungen Frauen vergraben hat. Eine Suche im Dartmoor bleibt ergebnislos. Da Monk die Morde aber bereits gestanden hat und verurteilt wurde, gilt der Fall als abgeschlossen. Monk wandert ins Zuchthaus und das Leben geht weiter.

Acht Jahre später gelingt Monk die Flucht. Dr. David Hunter erhält eine Warnung, dass der Killer sich an all jenen rächen will, die damals an der Suche nach den Gräbern beteiligt waren. Hunter wähnt sich allerdings im fernen London in Sicherheit. Jedenfalls so lange, bis er einen mysteriösen Anruf von Sophie Keller erhält. Sie war damals psychologische Beraterin und bestellt Hunter nun zurück nach Dartmoor, weil sie seine Hilfe braucht…

*Meine Meinung:*

Von mehreren Seiten hatte ich gehört, dass dieser 4. Teil der schwächste der Dr. Hunter-Reihe sein soll. Darum bin ich auch mit gemischten Gefühlen an dieses Buch heran gegangen.

Was auffällt, ist, dass Dr. Hunter’s Fähigkeiten als forensischer Anthropologe nur am Anfang des Buches gefragt sind. Und selbst da ist er eher pro forma tätig, da der Mörder ja bereits gefasst ist und gestanden hat. Ich finde aber, dass das der Story keinen Abbruch getan hat, kommt doch erstens alles anders und zweitens, als man denkt.

Dass Monk nicht der wahre Täter ist, war mir relativ schnell klar. Auch einen Verdächtigen hatte ich schnell gefunden. Kurz vor Ende war ich mir dann zwar doch etwas unsicher aber letztendlich stellte sich dann doch noch heraus, dass ich mit meinem Verdacht richtig lag.

Insgesamt wimmelt nur so vor unsympathischen Charakteren und somit möglichen Tätern. Vom unheimlichen und brutalen Serienkiller, über presse- und karrieregeile Einsatzleiter bis zu Speichel leckenden Kriechern. Mein persönliches Unsympathie-Highlight war jedoch Sophie Keller, das obligatorische Weibchen. Sie fand ich einfach nur doof. Zwar klärt sich am Ende ihr Verhalten, doch ändert das leider nichts an der Dämlichkeit der Dame.

Der Schreibstil war flüssig und gut zu lesen. Wer die Reihe bis dato kennt, weiß außerdem, dass die Ereignisse aus der Sicht von Dr. Hunter beschrieben werden und die Story somit in der Ich-Form geschrieben ist.

*Fazit:*

Auch wenn viele das anders sehen, war dies für mich der bislang beste Teil der Reihe. Der fiese Cliffhanger am Ende macht die Warterei auf einen eventuellen 5. Teil der Reihe allerdings schwer.

*Die Reihenfolge der einzelnen Bände:*

Dr. David Hunter

  1. Die Chemie des Todes
  1. Kalte Asche
  1. Leichenblässe
  1. Verwesung

[Rezension] Die Königsmörder-Chronik 1. Der Name des Windes von Patrick Rothfuss

Autor: Patrick Rothfuss

Titel: Der Name des Windes

Format: ebook (epub)

Verlag: Klett-Cotta

ISBN 10: 360893815X

ISBN 13: 978-3608938159

Preis (D): 12,99 €

Eine Zusammenfassung für dieses Buch zu schreiben, fällt unheimlich schwer. Die Geschichte ist so komplex und vielschichtig, dass jede Inhaltsangabe nur unzureichend sein kann.

Der Einstieg in die Geschichte ist verwirrend. Man liest von Kote, dem Wirt eines Gasthauses, das mehr schlecht als recht läuft. Man liest von seinem Gehilfen und Lehrling Bast. Man liest von „dem Chronisten“. Man liest von Dämonen, von Eisen und von Feuer. Bloß einen Zusammenhang erkennt man zunächst nicht. Das ändert sich erst, als Kote, der Wirt mit „dem Chronisten“ zusammentrifft.

Der Chronist ist Gerüchten gefolgt, die ihn zu Kvothe, dem Blutlosen, zu Kvothe dem Königsmörder führen sollen. Er findet den Gesuchten in Kote, dem Wirt. Der Chronist überredet Kvothe, seine Geschichte niederschreiben zu dürfen. Und Kvothe erzählt…

Er erzählt von seiner Kindheit als Edema Ruh, einem Schaustellervolk und seine Wissensdurst. Er erzählt von seinem ersten Lehrer, der den Namen des Windes kannte und dem Mord an seiner Familie. Er erzählt von seiner Jugend als Straßenkind und seiner Reise zur Universität von Imre. Er erzählt von seiner Zeit an der Universität und seiner Liebe zu Musik. Er erzählt von seiner gossen Liebe Denna und seinen Freunden und Feinden an der Universität. Er erzählt von seiner Angst vor den Mördern seiner Eltern und seinem Hass auf sie…

Kvothe ganzes Leben besteht aus der Gier nach Wissen. Denn Wissen bedeutet Macht und beides braucht er, will der die Mörder seiner Eltern stellen. Diese scheinen nämlich einem Gruselmärchen für Kinder entsprungen und sind doch so real.

Mit seinem eindringlichen und flüssigen Schreibstil gelingt es dem Autor einen in seinen Bann zu ziehen. Auf mehr als 800 Seiten hört man vom Leben des jungen Kvothe. Trotzdem kommt an keiner Stelle Langeweile auf. Man liebt und leidet einfach mit und wundert sich am Schluss, dass das Buch schon zu Ende ist. Bleiben doch so viele Fragen offen. Nur gut, wenn man dann den 2. Teil der Königsmörder-Chroniken griffbereit hat.

Fazit:

Ein Epos, das Seinesgleichen sucht!

*Die Reihenfolge der einzelnen Bände:*

  1. Der Name des Windes
  1. Die Furcht der Weisen, Teil 1
  1. Die Furcht der Weisen, Teil 2

[Rezension] Magie von Trudi Canavan

Autor: Trudi Canavan
Titel: Magie
Originaltitel: The Magician’s Apprentice
Format: ebook (epub)
Verlage: Penhaligon-Verlag
ISBN: 978-3-641-02758-2
Preis (D): 9,49 €

*Inhalt:*

Der Dorfheiler von Madryn, das an der Grenze zu Sachaka liegt, wird eines Tages ins Haus seines Lehnsherrn Lord Dakon gerufen. Zusammen mit seiner Tochter Tessia, die ihrem Vater schon seit Jahren zur Hand geht, kümmern sie sich um einen sachakanischen Sklaven, der von seinem Herrn fast totgeprügelt wurde. Als Tessia am folgenden Tag allein nach Hanara, dem Sklaven sieht, läuft sie Takado, Hanara’s Herrn in die Arme. Als dieser sie beinahe vergewaltigt, setzt sie sich unbewusst mit Magie gegen ihn zur Wehr und läuft davon.

Kurz darauf verlässt Takado Kyralia, um nach Sachaka zurück zu kehren. Hanara überlässt er kurzerhand Dakon. Als Dakon schließlich die Spuren findet, die Tessias magischer Schlag hinterlassen hat, zählt er eins und eins zusammen.

Tessia wird Dakons neue Meisterschülerin.

Als er mit Tessia und seinem zweiten Meisterschüler Jayan gerade in Imardin weilt, kehrt Takado zurück nach Madryn und greift das Dorf an. Als Dakon und seine Schüler die Nachricht von ihrem zerstörten Heimatdorf erhalten, kehren sie um und machen sich auf die  Suche nach Takado. Doch der ist inzwischen nicht mehr allein. Immer mehr sachakanische Magier überqueren den Pass nach Kyralia und hinterlassen eine Spur der Verwüstung.

Zwar hat auch Dakon inzwischen Unterstützung gefunden, doch die Sachakaner drängen die kyralischen Magier immer weiter zurück, bis es schließlich zur Entscheidungsschlacht vor den Toren Imardins kommt…

*Meine Meinung:*

Mit Begeisterung habe ich vor einiger Zeit die Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ gelesen und auch die bisher erschienenen Bücher der Sonea-Trilogie, die ja im Grunde genommen eine Fortsetzung der Gilde-Bücher ist. Dies hier ist nun die Vorgeschichte.

In flüssigem, detailreichem, manchmal etwas langatmigem Schreibstil erzählt die Autorin die Geschichte von Tessia und dem Krieg zwischen Kyralia und Sachaka. Dabei bedient sie sich verschiedener Perspektiven.

Zum einen wird aus Tessias Sicht berichtet. Sie hat sich der Heilkunst verschrieben und versucht nun ihr Wissen mit der ihr plötzlich zur Verfügung stehenden Magie in Einklang zu bringen. Zum anderen kommt Jayan zu Wort, der zuerst eifersüchtig auf Tessia ist, sich im Laufe der Geschichte jedoch mehr und mehr von ihr angezogen fühlt.

Dakon ist der dritte der Kyralier, aus dessen Sicht die Ereignisse geschildert werden. Er ist ein durch und durch integerer Mann, der in einen Krieg gezwungen wird, den er eigentlich nicht kämpfen will.

Für die sachakanische Seite, erstattet Hanara, der Sklave Bericht. Auch wenn er ihn fürchtet, verbindet ihn eine ergebene Treue zu seinem Herrn Takado.

Des Weiteren kommt Stara zu Wort. Sie ist eine junge Frau, die halb Sachakanerin, halb Elynerin, in Elyne aufgewachsen ist. Jetzt aber wird sie von ihrem Vater in eine Heirat mit einem Sachakaner gezwungen. Aus dem eher frei denkenden Elyne kommend, wird sie nun in eine Kultur gezwungen, die sich strengen Regeln unterwirft und in der Frauen eigentlich nicht mehr Rechte haben als Sklaven.

Ist dieses Buch aber denn nun der Anfang der Sonea-Saga oder eher das Ende? Der Anfang sicherlich, weil es lange vor Sonea’s Zeit spielt, aber auch als möglichen Abschluss könnte man dieses Buch betrachten. Es beantwortet nämlich im Grunde genommen genau die Fragen, mit denen sich Botschafter Dannyl schon sein Leben lang beschäftigt. Wie war das eigentlich mit dem Krieg zwischen Sachaka und Kyralia? Wurde Imardin damals wirklich zerstört? Wie kam es dazu, dass die Magiergilde gegründet wurde? Verfügten damals alle Magier über das Wissen über Höhere Magie? Wann kamen Blutringe oder Lagersteine ins Spiel? Wer sind eigentlich die Verräterinnen? Und zum guten Schluss: Wie ist eigentlich das Ödland zwischen Kyralia und Sachaka entstanden?

All diese Fragen werden in „Magie“ beantwortet und wenn Dannyl im letzten Teil der Sonea-Saga Glück hat, findet er irgendwo ein Exemplar davon. 😉

Alles in allem fand ich die Geschichte schon interessant. Die „Kriegsberichterstattung“ zog sich in meinen Augen allerdings ein bisschen. Noch ein zerstörtes Dorf, noch eine Schlacht… Gut, die Autorin konnte schlecht schreiben „…und dann standen die Sachakaner vor den Toren Imardins.“ und das war’s dann, aber ein bisschen weniger wäre vielleicht mehr gewesen.

*Fazit:*

Fans der „Gilde der Schwarzen Magier“ dürften enttäuscht sein, kommt die Story doch bei weitem nicht an diese Trilogie heran. Mir hat es trotz seiner Längen dennoch gefallen, da so viele Fragen beantwortet werden.

*Die Reihenfolge der einzelnen Bände:*

Vorgeschichte:

– Magie

Die Gilde der schwarzen Magier

  1. Die Rebellin
  1. Die Novizin
  1. Die Meisterin

Fortsetzung:

Sonea

  1. Die Hüterin
  1. Die Heilerin
  1. The Traitor Spy 3. The Traitor Queen (noch nicht auf Deutsch erschienen)

[Rezension] Pirat meiner Sehnsucht von Kinley MacGregor

Autor: Kinley MacGregor
Titel: Pirat meiner Sehnsucht
Originaltitel: A Pirate of Her Own
Format: Taschenbuch
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-36633-0
Preis (D): 7,00 €

*Inhalt:*

Als dem berühmt-berüchtigten Piraten Morgan Drake eines Tages ein Zeitungsartikel in die Hände fällt, der ihn ziemlich genau beschreibt, sieht er sich in Zugzwang, da nur wenige seine Identität kennen. Er macht sich auf die Suche nach dem Verfasser des Artikels und findet ihn in Form von Serenity James, einer jungen Frau, die den Artikel für die Zeitung ihres Vaters geschrieben hat. Leider ist aber nicht nur Morgan Drake durch den Artikel auf Serenity aufmerksam geworden und Serenity schwebt dadurch in Lebensgefahr. Ehe sie sich’s versieht, findet sie sich deshalb auf der „Triton’s Revenge“, Drake’s Schiff wieder…

*Meine Meinung:*

Eigentlich handelt es sich bei diesem Buch um eine 08/15 Liebesstory, die mit wenigen Überraschungen aufwarten kann. Was das Buch aber dennoch so besonders macht, sind die Dialoge. Ich fand es einfach herrlich, wie Serenity ihren Piraten abkanzelt und mehr als einmal vor die eigene Tür setzt. Deshalb gibt es von mir auch die volle Punktzahl.

Fazit:

Sehr zu empfehlen für Fans von historischen Liebesromanen.