[Rezension] New Year Love – Nottingham Bad Boy von Jo Berger

 

Jo Berger
New Year Love – Nottinham Bad Boy

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 500.0 KB
ASIN: B078SV2LFP

Taschenbuch: 268 Seiten
Verlag: Independently published (5. Januar 2018)
ISBN-10: 1976808685
ISBN-13: 978-1976808685


Darum geht es:

Robin Forrester, Hotelmagnat und Selfmade-Millionär, benutzt Frauen wie Taschentücher. Hat er sie einmal im Bett gehabt, wirft er sie ohne mit der Wimper zu zucken weg. Aber als er auf Sarah Miller trifft, bringt diese ihm mit ihrer großen Klappe völlig aus dem Konzept. Diese ist nämlich gerade erst verlassen worden und ist stinksauer auf ihren Ex und Männer im allgemeinen. Der Typ mit den nicht vorhandenen Manieren kommt ihr gerade recht. Mit seinen Betthäschen kann er so vielleicht umspringen, aber doch nicht mit ihr!

Ein paar ungünstig platzierte Heißgetränke später treffen die beiden sich wieder.

Glenlaggan Castle ist wohl der romantischste und luxuriöseste Ort in den schottischen Highlands. Warum sollte sich Sarah den Aufenthalt dort von diesem ekligen Frauenhelden vermiesen lassen. Wären da nur nicht diese Gefühle, die er in ihr auslöst.

Rob geht es mit Sarah nicht viel anders. Sie passt überhaupt nicht in sein Beuteschema und ist obendrein eine Gewitterziege, auf die er getrost verzichten kann. Wie kommt es also, dass er immer wieder ihr Gesicht vor sich sieht?

Ich sage dazu:

Rob ist ein A…! Ich mag ihn. 😀

Abwechselnd sind die Kapitel entweder mit Rob oder mit Sarah überschrieben, aus deren Sicht dann die Geschichte erzählt wird. Auf diese Weise liefern sich Rob und Sarah einen Schlagabtausch, bei dessen Verlauf einem Bad Boy Rob schon hin und wieder leid tun kann. Er ist es einfach nicht gewohnt, so von einer Frau behandelt zu werden. Trotzdem ist es schön zu verfolgen, wie er versucht Sarah aus seinen Gedanken zu verdrängen, es ihm aber einfach nicht gelingen will.

Wie nicht anders zu erwarten, hat Jo Berger die Geschichte wieder mit einer gehörigen Portion Humor gewürzt. Anders als gewohnt, enden ihre Liebesszenen diesmal allerdings nicht vor der Schlafzimmertür. Die Story enthält eine Prise Erotik, was ihr meiner Ansicht nach durchweg gut gelungen ist. Alles in allem erzählt sie mit ihrer lockeren, witzigen Art eine romantische Liebesgeschichte, die ich glasklar weiter empfehlen kann.

 

 

[Rezension] Postkarten an Dora von Clara Gabriel

Clara Gabriel
Postkarten an Dora

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 4215 KB
ASIN: B073NZQ3KG

Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (30. Juni 2017)
ISBN-13: 978-1547209880

Etwas historisches? Und dann auch noch aus der Zeit der Jahrtausendwende? Was ist da denn schon groß passiert? Industrialisierung… Gesellschaftliche Zwänge… Frauen saßen zu Hause und warteten darauf, verheiratet zu werden…*schnarch*

Das waren meine Gedanken, als mir dieses Buch begegnete. Dann hörte ich von der Hintergrundgeschichte und meine Neugier war geweckt.

Doras Geschichte basiert nämlich auf dem realen Fund von 192 alten Postkarten. Da die Autorin leider nichts über die tatsächlichen Verfasser bzw. die Empfängerin herausfinden konnte, hat sie sich ihre eigene Geschichte ausgedacht.

Wie es so meine Art ist, habe ich den Klappentext natürlich trotzdem nicht gelesen und wusste daher auch gar nicht, was mich erwartet.

Gefunden habe ich ein Buch über eine junge Frau, die auf der Suche nach sich selbst ist und deren Weg sie dafür um die halbe Welt führt.

Darum geht es:

Doras großer Traum ist es, Schauspielerin zu werden und nach Amerika zu gehen. Ihre Eltern haben allerdings andere Pläne für sie. Sie schicken sie vom thüringischen Städtchen Schleusingen nach Braunschweig, wo sie zur Lehrerin ausgebildet werden soll. Ihr Plan, einfach nach Amerika statt nach Braunschweig zu reisen, scheitert an dem Begleiter, den ihr Vater für sie auserkoren hat: den jungen Offizier Alfred von Nathusius.

Dora und Alfred kommen sich näher, doch kann Dora ihren großen Traum nicht so einfach aufgeben. Heimlich stiehlt sie sich nachts aus dem Haus um ihre große Reise anzutreten. Das kann Alfred natürlich nicht so einfach hinnehmen, denn er ist ein Ehrenmann und folgt ihr, um sie wohlbehalten zurück zu bringen. In Hamburg verliert er allerdings ihre Spur. Dort erfährt er jedoch von Mädchenhändlern, die jungen Frauen falsche Versprechungen von Amerika machen und diese dann im „falschen Amerika“ zur Prostitution zwingen. Entsetzt macht er sich auf die Reise nach Südamerika, um Dora aus den Fängen der Mädchenhändler zu befreien.

Dora allerdings verschlägt  es zunächst nach London, wo sie ihre Karriere als Schauspielerin starten will. Als behütete Tochter aus gutbürgerlichem Haus hat Dora völlig blauäugig ihre große Reise auf die Bühnen der Welt begonnen. Als sie in London eintrifft, ist sie geschockt von den Verhältnissen, unter denen sie zu leben gezwungen ist. Schnell muss sie feststellen, dass das gar nicht so einfach ist und dass ihre Gage allein zum Überleben nicht reicht. Ihr erstes Engagement zwingt sie dazu, nach ihrem Auftritt „nett“ zu ihrem durchweg männlichen Publikum zu sein. Dann trifft sie den jungen, gutsituierten Banker Edward, der zu ihrem Gönner wird und ihr ein Leben im Luxus bietet. Schließlich findet sie sogar die Liebe und ihr Traum von Amerika wird wahr. Doch leider ist es das „falsche Amerika“.

Ich sage dazu:

Wie ihr dem Anfang dieser Rezi entnehmen könnt, habe ich nur mit ein paar Wissensfragmenten aus dem Geschichtsunterricht mit dem Lesen begonnen. Wie sich eine alleinstehende Frau in dieser Zeit durchschlagen musste, darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht. Auch, dass es neben der großen Auswanderungswelle nach Amerika viele Menschen gab, die stattdessen im „falschen Amerika“ gelandet sind, habe ich nicht gewusst.

Überrascht musste ich feststellen, dass diese Zeit also gar nicht so grau und trist und öde war, wie ich immer geglaubt habe. Hinter verschlossenen Türen, jenseits der biederen gesellschaftlichen Norm fand ich eine Welt aus Gewalt und Prostitution.

Der Schreibstil von Clara Gabriel hat mir sehr gut gefallen und man merkt beim Lesen, dass sich die Autorin sehr mit der Zeit nach 1900 beschäftigt hat. Selbstverständlich finden sich auch ein paar der Postkarten in der Geschichte wieder.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich die Postkarten auf der wirklich sehr interessanten und spannenden Seite der Autorin sogar anschauen:

www.doras-postkarten.de

 

 

 

 

 

 

[Rezension] Aschenkindel von Halo Summer

Halo Summer
Aschenkindel – Das wahre Märchen

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3100 KB
ASIN: B01HXBDA5A

Printausgabe: erschienen bei HarperCollins am 5. Dezember 2016
Seitenzahl der Printausgabe: 276 Seiten
ISBN: 978-3959671248

 

Darum geht es:

Claerie ist nach dem Tod des Vaters zum Dienstmädchen degradiert worden. Sie kümmert sich um Haus und Garten und versorgt ihre Stiefmutter und ihre bei den Stiefschwestern. Eines Tages lädt der Kronprinz des kleinen Königreichs zu einem Ball, auf dem er unter allen unverheirateten jungen Frauen des Landes seine zukünftige Braut zu wählen gedenkt. Claerie will eigentlich gar nicht dort hin und ihre Stiefmutter hat sogar zu verhindern versucht, dass sie überhaupt eine Einladung erhält, doch ihre gute Fee überredet Claerie schließlich. Kurz vor dem Ball trifft sie im verbotenen Wald – der übrigens von Vampiren bevölkert wird – einen jungen, gutaussehenden Mann, der vorgibt, ein Kammerdiener des Prinzen zu sein. Als sie ihn im Schloss wieder trifft, küsst er sie und Claerie verliebt sich Hals über Kopf. Dich Yspér ist gar kein Kammerdiener, sondern der Sohn des Kaisers und unerreichbar für Claerie. Außerdem bekundet auch der Kronprinz sein Interesse an ihr. Dann bricht ein Krieg aus und Yspér muss fort.

Ich sage dazu:

Claerie ist eine gutmütige und anpassungsfähige junge Frau, die ihre Familie und das Leben trotz aller Ungerechtigkeiten liebt. Hals über Kopf verliebt sie sich in Yspér, den Sohn des Kaisers. Als dieser in den Krieg ziehen muss, hält Wip, der Kronprinz sie über den Stand der Dinge auf dem laufenden. Wip stellt sich als gutmütiger freundlicher Mann heraus, der mit seiner ehrlichen Art durchaus bei Claerie punkten kann. Ihr Herz schlägt jedoch noch immer für Yspér. Für wen Claerie sich letztendlich entscheidet, müsst ihr selbstverständlich selber nachlesen.

Die Charaktere in dieser Märchen-Adaption haben mir allesamt gut gefallen. Selbst die Stiefmutter kommt gar nicht so schlecht dabei weg. Sie ist zwar manchmal ein bisschen boshaft und ungerecht, aber bei weitem nicht so schrecklich wie im Original-Märchen, was sie in meinen Augen nur menschlich macht. Sie sorgt sich halt um das Wohlergehen ihrer Töchter. Diese sind zwar nicht gerade nett zueinander und zu Claerie, verhalten sich letztendlich aber einfach wie Schwestern. Im Grunde ihres Herzens lieben sie sich.

Die gute Fee durfte natürlich auch nicht fehlen. Deren Herz sitzt zwar auf dem rechten Fleck, ihre Talente sind allerdings eher bescheiden – von ihrem Geschmack mal ganz abgesehen.

Wie unschwer zu erkennen ist, diente das Märchen „Aschenputtel“ von den Gebrüdern Grimm als Vorlage für diese wunderschöne Geschichte. Halo Summer schafft hier eine zauberhafte Märchenwelt, in der Magie allgegenwärtig ist.

Zusammen mit Claerie habe ich gelacht und geweint, geliebt und gelitten. Es war einfach eine dieser Geschichten, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen haben. Deshalb kann ich dieses Buch auch einfach nur empfehlen.

 

[Rezension] Herz berührt – Ein Engel für Jack von Jo Berger

 

Jo Berger
Herz berührt – Ein Engel für Jack

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 437.0 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 306 Seiten
ASIN: B0744GKYQ1


Darum geht es:

Hope ist in einer Beziehung mit Matthew, dem sein Job als Autoverkäufer und die damit verbundene Provision wichtiger ist als sie. Sie erkennt das zwar, will Matthew aber dennoch heiraten in der Hoffnung, dass er sich ändert. Jack ist in der Trauer um seine verstorbene Frau versunken. Er kompensiert seine Trauer durch Essen und geht kaum noch vor die Tür. Aber genau diese beiden, die blauäugige Buchhändlerin Hope und der trauernde Jack sind füreinander bestimmt. Da hilft nur himmlischer Beistand…

Elisa ist begeistert, dass sie wieder einen neuen Auftrag hat, denn sie liebt die Menschenwelt mit ihren Jahreszeiten und ihrem Essen. Diesmal traut man ihr sogar gleich zwei Schützlinge zu. Diesen Auftrag darf sie auf gar keinen Fall versemmeln, denn sonst heißt es wieder Wolken putzen.

Doch als Jack’s Haushaltshilfe ist sie ganz nah dran an ihrem Schützling und kann ihm in allen Lebenslagen unter die Arme greifen. Dabei ist sie genauso tollpatschig wie liebenswert.

Hope bereitet Elisa da schon größere Schwierigkeiten, denn sie ist voll auf Matthew fixiert. Außerdem steht sie auf den durchtrainierten Bad Boy. Kuschelbären mit Plautze kann sie so gar nichts abgewinnen.

Ob und wie es Elisa gelingt, Jack wieder zurück ins Leben zu führen und die Hochzeit zwischen Hope und Matthew zu verhindern müsst ihr natürlich selber nachlesen.

Ich sage dazu:

Auch wenn es bei dem Thema Trauerbewältigung um ein eher ernstes Thema geht, schafft Jo Berger es, daraus eine humorvolle Liebesgeschichte zu kreieren. Viel Witz und eine herrlich chaotischen Himmelsbotin sorgen für ein besonderes Lesevergnügen.

[Rezension] Dunkelfall – Die Verlorenen von

Robert und Sarah Glas
Dunkelfall – Die Verlorenen

erschienen im Buchheim Verlag
am 8. Oktober 2017

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 888.0 KB
ASIN: B0768W1C6B
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 480 Seiten

Darum geht es:

Liam findet eines Abends eine junge Frau, die bewusstlos am Strand liegt. Er nimmt sie mit in sein Zuhause „hinter der Mauer“, einen aufgegebenen Rohbau. Dort erfährt er, dass Cara ihr Gedächtnis verloren hat. Sie weiß nur noch, dass sie auf der Flucht ist vor den Mann in Blau und dass sie nach Fallen Mountain muss. Mit Fallen Mountain verbindet Liam keine guten Erinnerungen, denn das ist der Ort, an dem er früher gelebt hat und wo er einst im See ertrank. Trotzdem weiß er, dass er Cara dorthin begleiten muss. Doch der Weg nach Fallen Mountain gestaltet sich schwierig. Stürme und nächtliche Schatten behindern ihren Weg…

Ich sage dazu:

Ein Buch wie ein Fiebertraum. Realität und Fantasie verschwimmen zu einem düsteren Brei.

Liam ist ein Getriebener. Jede Nacht wird er von Alpträumen gequält und immer wieder zieht es ihn ans Wasser. Linderung erfährt er nur, wenn er die spezielle Kräutermischung einnimmt, die Sophie, die ebenfalls aus Fallen Mountain stammt, für ihn zusammen stellt. Liam lebt in den Tag hinein. Gequält von Alpträumen und dem Drang ans Wasser zu gehen, hangelt er sich von Tag zu Tag.

Cara ist eine toughe, junge Frau, die mutig ihren Weg geht, auch wenn sie nicht weiß, wohin er sie führen wird. Sie ist auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und hofft, diese in Fallen Mountain zu finden.

Liam und Cara müssen sich beide ihren Dämonen stellen.

Die Hauptfiguren Liam und Cara haben beide ihre Ecken und Kanten, was es nicht leicht macht, beide uneingeschränkt zu mögen. Dafür sind sie umso authentischer.

Das Autorenduo Robert und Sarah Glas hat einen wunderbaren Schreibstil, der allerdings nicht ganz leicht zu lesen ist. So fand ich das erste Drittel des Buches sehr verwirrend. Ich konnte nur schwer unterscheiden, was Traum und was Realität war. Die losen Enden ließen sich einfach nicht fassen. Das änderte sich erst mit der Ankunft in Fallen Mountain. Hier fand ich die Geschichte wieder klarer, übersichtlicher.

Alles in allem fand ich den Auftakt dieser neuen Fantasy Reihe zwar interessant aber zunächst schwer zu begreifen. Hat man sich aber erst durch das erste Drittel gekämpft, wird man in eine düstere, sturmgepeitschte Welt voller Magie gezogen.

Viele Fragen werden zwar im Laufe des Buches beantwortet, aber nicht alle. Das Buch hat also durchaus das Potential für eine Fortsetzung.

Mein Fazit:

Ich kann das Buch leider nicht uneingeschränkt weiter empfehlen, da ich gerade den Anfang sehr verwirrend fand.

[Rezension] Fever von Deon Meyer

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Deon Meyer
Fever

Kindle Edition, 3637 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 692 Seiten

erschienen bei Aufbau Digital; Auflage: 1 (9. Oktober 2017)

 

Darum geht es:

Fünfundneunzig Prozent der Weltbevölkerung sind einem Fieber zum Opfer gefallen. Für die wenigen Überlebenden beginnt der Kampf ums Überleben.

Nico zieht mit seinem Vater Willem Storm durch ein postapokalyptisches Südafrika, wobei Willem von einer neuen, freien und demokratischen Gesellschaft träumt. Als sie in einer verlassenen Stadt an einem Stausee ankommen, macht Willem seinen Traum wahr. Mit Hilfe eines Piloten, den sie unterwegs getroffen haben, verbreitet er unter den Überlebenden die Nachricht von seiner neu gegründeten Gesellschaft. Rasch wächst die Gemeinschaft. Unter ihnen befindet sich auch der geheimnisvolle Domingo. Er ist schweigsam und bleibt lieber für sich. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass Domingo über eine militärische Ausbildung verfügt. Somit ist klar, wem die Verteidigung von Amanzi, der Stadt des Lichts, obliegt. Denn die Bewohner sind nicht nur von wilden Tieren und Nahrungsknappheit bedroht. Es treiben auch marodierende Banden ihr Unwesen.

Nico bewundert Domingo maßlos und schließt sich, kaum dass er alt genug ist, seinem Trupp von Elitesoldaten, den Spottern, an.

Ich sage dazu:

Nico Storm blickt als 47-jähriger zurück und erzählt die Geschichte vom Mord an seinem Vater. Dabei blickt er weit zurück. Nämlich auf die Gründung Amanzis kurz nach der Pandemie. Doch nicht nur er allein erzählt die Geschichte. Auch die Bewohner der Stadt kommen immer mal wieder in Form von „Geschichtsaufzeichnungen“ zu Wort.

Nico erzählt von der Gründung einer neuen Gemeinschaft, für die auch neue Regeln gefunden werden müssen. Neben dem fehlenden Know-how spielen auch die Unbillen des Wetters eine Rolle. Für viele Dinge muss die nötige Technik erst mühselig beschafft werden. Schonungslos beschreibt er auch das Verhältnis zu seinem Vater und auch zu Domingo. Willem Storm ist ein gebildeter, friedliebender Mensch. Doch schon in jungen Jahren muss Nico erkennen, dass Willem nicht in der Lage ist, sich und seinen Sohn vor den Gefahren dieser neuen Welt zu schützen. Als Humanist überlässt Willem diese Aufgabe seinem Sohn. Nico ist dreizehn, als er zum ersten Mal gezwungen ist, zwei Männer zu töten. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Junge Domingo als Helden verehrt, ist dieser ihm doch in vielerlei Hinsicht sehr viel ähnlicher als sein Vater.

Ich fand dieses Buch recht ungewöhnlich. Denn auch wenn die Geschichte sehr lang war bis zum eigentlichen Mord, war sie doch nie langweilig. Hinzu kommt, dass ich selten bis nie ein Buch gelesen habe, dass in Südafrika spielt. So bin ich des Öfteren über Namen, Orte. Anreden und Gepflogenheiten gestolpert, die fremd für mich waren. Am Ende des Buches befindet sich jedoch ein Glossar mit Erklärungen zu afrikaanssprachigen Wörtern und Begriffen.

Das Ende des Buches war dann völlig überraschend. Zwar gibt es Hinweise auf den Täter, doch sind diese nur sehr vage. Die Glaubwürdigkeit der Geschichte stelle ich nicht in Frage. Sie ist in sich schlüssig und es klären sich auch einige Fragen, die im laufe der Geschichte auftauchen. Ein paar Hinweise mehr auf den Täter hätte ich mir trotzdem gewünscht.

#aufbauverlag #deonmeyer #pandemie #postapokalypse #südafrika #virus

 

 

[Rezension] Zwei Herzen im Regen von Jo Berger

 

Jo Berger
Zwei Herzen im Regen

 

 

 

 

Darum geht es:

Nach dem Tod der Eltern muss sich Jella um ihre kleine, pubertierende Schwester kümmern. Sie hat keine Zeit für Freundinnen oder gar Männer. Alles was ihr geblieben ist, ist ihr baufälliges Elternhaus und ein altes Auto, das auch schon bessere Tage gesehen hat.

Eines Abends, es ist schon sehr spät, ist Jella endlich so weit, sich mit den notwendigen Reparaturen am Haus zu befassen, obwohl sie nicht wirklich weiß, wie das geht. Plötzlich klopft es an der Tür und ein umwerfender, grünäugiger, patschnasser Backpacker begehrt Einlass. Sehr zu Jellas Freude sieht der Typ nicht nur gut aus, sondern ist auch noch handwerklich begabt.

Ich sage dazu:

Jella, der so ziemlich alles über den Kopf wächst, hat nicht nur einen Haufen Arbeit an der Backe, sondern muss sich auch noch mit einer pubertierender Sechzehnjährigen herum schlagen. Als dann Tobi, der Backpacker in ihr Leben platzt, wähnt sie sich im Himmel. Doch Tobi hat etwas zu verbergen.

In der Kürze liegt die Würze.

Auch wenn es sich hier lediglich um eine Novelle handelt, hat Jo Berger es geschafft, eine zuckersüße Liebesgeschichte zu schreiben, die alles enthält, was man sich wünscht. Nämlich jede Menge Herz und Humor.

Mein Fazit:

Hätte ich keinen Mann und eine Mietwohnung, würde ich mir glatt ein Kuscheleinhorn ins Fenster hängen.

#backpacker #joberger #liebe #novelle #xtme