[Rezension] Herz berührt – Ein Engel für Jack von Jo Berger

Jo Berger
Herz berührt – Ein Engel für Jack

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 437.0 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 306 Seiten
ASIN: B0744GKYQ1


Darum geht es:

Hope ist in einer Beziehung mit Matthew, dem sein Job als Autoverkäufer und die damit verbundene Provision wichtiger ist als sie. Sie erkennt das zwar, will Matthew aber dennoch heiraten in der Hoffnung, dass er sich ändert. Jack ist in der Trauer um seine verstorbene Frau versunken. Er kompensiert seine Trauer durch Essen und geht kaum noch vor die Tür. Aber genau diese beiden, die blauäugige Buchhändlerin Hope und der trauernde Jack sind füreinander bestimmt. Da hilft nur himmlischer Beistand…

Elisa ist begeistert, dass sie wieder einen neuen Auftrag hat, denn sie liebt die Menschenwelt mit ihren Jahreszeiten und ihrem Essen. Diesmal traut man ihr sogar gleich zwei Schützlinge zu. Diesen Auftrag darf sie auf gar keinen Fall versemmeln, denn sonst heißt es wieder Wolken putzen.

Doch als Jack’s Haushaltshilfe ist sie ganz nah dran an ihrem Schützling und kann ihm in allen Lebenslagen unter die Arme greifen. Dabei ist sie genauso tollpatschig wie liebenswert.

Hope bereitet Elisa da schon größere Schwierigkeiten, denn sie ist voll auf Matthew fixiert. Außerdem steht sie auf den durchtrainierten Bad Boy. Kuschelbären mit Plautze kann sie so gar nichts abgewinnen.

Ob und wie es Elisa gelingt, Jack wieder zurück ins Leben zu führen und die Hochzeit zwischen Hope und Matthew zu verhindern müsst ihr natürlich selber nachlesen.

Ich sage dazu:

Auch wenn es bei dem Thema Trauerbewältigung um ein eher ernstes Thema geht, schafft Jo Berger es, daraus eine humorvolle Liebesgeschichte zu kreieren. Viel Witz und eine herrlich chaotischen Himmelsbotin sorgen für ein besonderes Lesevergnügen.

[Rezension] Dunkelfall – Die Verlorenen von Robert und Sarah Glas

Robert und Sarah Glas
Dunkelfall – Die Verlorenen

erschienen im Buchheim Verlag
am 8. Oktober 2017

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 888.0 KB
ASIN: B0768W1C6B
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 480 Seiten

Darum geht es:

Liam findet eines Abends eine junge Frau, die bewusstlos am Strand liegt. Er nimmt sie mit in sein Zuhause „hinter der Mauer“, einen aufgegebenen Rohbau. Dort erfährt er, dass Cara ihr Gedächtnis verloren hat. Sie weiß nur noch, dass sie auf der Flucht ist vor den Mann in Blau und dass sie nach Fallen Mountain muss. Mit Fallen Mountain verbindet Liam keine guten Erinnerungen, denn das ist der Ort, an dem er früher gelebt hat und wo er einst im See ertrank. Trotzdem weiß er, dass er Cara dorthin begleiten muss. Doch der Weg nach Fallen Mountain gestaltet sich schwierig. Stürme und nächtliche Schatten behindern ihren Weg…

Ich sage dazu:

Ein Buch wie ein Fiebertraum. Realität und Fantasie verschwimmen zu einem düsteren Brei.

Liam ist ein Getriebener. Jede Nacht wird er von Alpträumen gequält und immer wieder zieht es ihn ans Wasser. Linderung erfährt er nur, wenn er die spezielle Kräutermischung einnimmt, die Sophie, die ebenfalls aus Fallen Mountain stammt, für ihn zusammen stellt. Liam lebt in den Tag hinein. Gequält von Alpträumen und dem Drang ans Wasser zu gehen, hangelt er sich von Tag zu Tag.

Cara ist eine toughe, junge Frau, die mutig ihren Weg geht, auch wenn sie nicht weiß, wohin er sie führen wird. Sie ist auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und hofft, diese in Fallen Mountain zu finden.

Liam und Cara müssen sich beide ihren Dämonen stellen.

Die Hauptfiguren Liam und Cara haben beide ihre Ecken und Kanten, was es nicht leicht macht, beide uneingeschränkt zu mögen. Dafür sind sie umso authentischer.

Das Autorenduo Robert und Sarah Glas hat einen wunderbaren Schreibstil, der allerdings nicht ganz leicht zu lesen ist. So fand ich das erste Drittel des Buches sehr verwirrend. Ich konnte nur schwer unterscheiden, was Traum und was Realität war. Die losen Enden ließen sich einfach nicht fassen. Das änderte sich erst mit der Ankunft in Fallen Mountain. Hier fand ich die Geschichte wieder klarer, übersichtlicher.

Alles in allem fand ich den Auftakt dieser neuen Fantasy Reihe zwar interessant aber zunächst schwer zu begreifen. Hat man sich aber erst durch das erste Drittel gekämpft, wird man in eine düstere, sturmgepeitschte Welt voller Magie gezogen.

Viele Fragen werden zwar im Laufe des Buches beantwortet, aber nicht alle. Das Buch hat also durchaus das Potential für eine Fortsetzung.

Mein Fazit:

Ich kann das Buch leider nicht uneingeschränkt weiter empfehlen, da ich gerade den Anfang sehr verwirrend fand.

[Rezension] Fever von Deon Meyer

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Deon Meyer
Fever

Kindle Edition, 3637 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 692 Seiten

erschienen bei Aufbau Digital; Auflage: 1 (9. Oktober 2017)

Darum geht es:

Fünfundneunzig Prozent der Weltbevölkerung sind einem Fieber zum Opfer gefallen. Für die wenigen Überlebenden beginnt der Kampf ums Überleben.

Nico zieht mit seinem Vater Willem Storm durch ein postapokalyptisches Südafrika, wobei Willem von einer neuen, freien und demokratischen Gesellschaft träumt. Als sie in einer verlassenen Stadt an einem Stausee ankommen, macht Willem seinen Traum wahr. Mit Hilfe eines Piloten, den sie unterwegs getroffen haben, verbreitet er unter den Überlebenden die Nachricht von seiner neu gegründeten Gesellschaft. Rasch wächst die Gemeinschaft. Unter ihnen befindet sich auch der geheimnisvolle Domingo. Er ist schweigsam und bleibt lieber für sich. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass Domingo über eine militärische Ausbildung verfügt. Somit ist klar, wem die Verteidigung von Amanzi, der Stadt des Lichts, obliegt. Denn die Bewohner sind nicht nur von wilden Tieren und Nahrungsknappheit bedroht. Es treiben auch marodierende Banden ihr Unwesen.

Nico bewundert Domingo maßlos und schließt sich, kaum dass er alt genug ist, seinem Trupp von Elitesoldaten, den Spottern, an.

Ich sage dazu:

Nico Storm blickt als 47-jähriger zurück und erzählt die Geschichte vom Mord an seinem Vater. Dabei blickt er weit zurück. Nämlich auf die Gründung Amanzis kurz nach der Pandemie. Doch nicht nur er allein erzählt die Geschichte. Auch die Bewohner der Stadt kommen immer mal wieder in Form von „Geschichtsaufzeichnungen“ zu Wort.

Nico erzählt von der Gründung einer neuen Gemeinschaft, für die auch neue Regeln gefunden werden müssen. Neben dem fehlenden Know-how spielen auch die Unbillen des Wetters eine Rolle. Für viele Dinge muss die nötige Technik erst mühselig beschafft werden. Schonungslos beschreibt er auch das Verhältnis zu seinem Vater und auch zu Domingo. Willem Storm ist ein gebildeter, friedliebender Mensch. Doch schon in jungen Jahren muss Nico erkennen, dass Willem nicht in der Lage ist, sich und seinen Sohn vor den Gefahren dieser neuen Welt zu schützen. Als Humanist überlässt Willem diese Aufgabe seinem Sohn. Nico ist dreizehn, als er zum ersten Mal gezwungen ist, zwei Männer zu töten. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Junge Domingo als Helden verehrt, ist dieser ihm doch in vielerlei Hinsicht sehr viel ähnlicher als sein Vater.

Ich fand dieses Buch recht ungewöhnlich. Denn auch wenn die Geschichte sehr lang war bis zum eigentlichen Mord, war sie doch nie langweilig. Hinzu kommt, dass ich selten bis nie ein Buch gelesen habe, dass in Südafrika spielt. So bin ich des Öfteren über Namen, Orte. Anreden und Gepflogenheiten gestolpert, die fremd für mich waren. Am Ende des Buches befindet sich jedoch ein Glossar mit Erklärungen zu afrikaanssprachigen Wörtern und Begriffen.

Das Ende des Buches war dann völlig überraschend. Zwar gibt es Hinweise auf den Täter, doch sind diese nur sehr vage. Die Glaubwürdigkeit der Geschichte stelle ich nicht in Frage. Sie ist in sich schlüssig und es klären sich auch einige Fragen, die im laufe der Geschichte auftauchen. Ein paar Hinweise mehr auf den Täter hätte ich mir trotzdem gewünscht.

[Rezension] Zwei Herzen im Regen von Jo Berger

Jo Berger
Zwei Herzen im Regen

Darum geht es:

Nach dem Tod der Eltern muss sich Jella um ihre kleine, pubertierende Schwester kümmern. Sie hat keine Zeit für Freundinnen oder gar Männer. Alles was ihr geblieben ist, ist ihr baufälliges Elternhaus und ein altes Auto, das auch schon bessere Tage gesehen hat.

Eines Abends, es ist schon sehr spät, ist Jella endlich so weit, sich mit den notwendigen Reparaturen am Haus zu befassen, obwohl sie nicht wirklich weiß, wie das geht. Plötzlich klopft es an der Tür und ein umwerfender, grünäugiger, patschnasser Backpacker begehrt Einlass. Sehr zu Jellas Freude sieht der Typ nicht nur gut aus, sondern ist auch noch handwerklich begabt.

Ich sage dazu:

Jella, der so ziemlich alles über den Kopf wächst, hat nicht nur einen Haufen Arbeit an der Backe, sondern muss sich auch noch mit einer pubertierender Sechzehnjährigen herum schlagen. Als dann Tobi, der Backpacker in ihr Leben platzt, wähnt sie sich im Himmel. Doch Tobi hat etwas zu verbergen.

In der Kürze liegt die Würze.

Auch wenn es sich hier lediglich um eine Novelle handelt, hat Jo Berger es geschafft, eine zuckersüße Liebesgeschichte zu schreiben, die alles enthält, was man sich wünscht. Nämlich jede Menge Herz und Humor.

Mein Fazit:

Hätte ich keinen Mann und eine Mietwohnung, würde ich mir glatt ein Kuscheleinhorn ins Fenster hängen.

[Rezension] Schneeflockenküsschen von Jo Berger

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Jo Berger
Schneeflockenküsschen

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2696.0 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe 134 Seiten

ASIN: B075PK9P8Q

Als Jo in ihrer FB-Lesergruppe fragte, wer Schneeflockenküsschen vorab lesen wolle, hatte ich mich nicht gemeldet. Mir als waschechtem Weihnachtsmuffel muss man mit Weihnachtsgeschichten nicht kommen. Dann kam die Frankfurter Buchmesse und Jo las zusammen mit Andrea Bielfeldt aus Schneeflockenküsschen. Was ich zu hören bekam war eine Beschreibung meiner selbst. Amelies Ansichten zu Weihnachten passten 1:1 mit meinen überein. Es ist nass, kalt und dunkel. Womöglich gibt es auch noch Schnee. Überfüllte Geschäfte und ständig diese Besinnlichkeit… Nicht zum aushalten! Es kam, wie es kommen musste: Noch während der Lesung habe ich den „Vorbestellen“-Button gedrückt. 😀

Darum geht es:

Amelie Stone ist eine eiskalte Karrierefrau. Mit allen Mitteln versucht sie, ihr Modelabel Stylish Amy an die Spitze zu bringen. Mit Weihnachten kann sie dabei so gar nichts anfangen. Sie hasst das Fest der Liebe sogar wie die Pest. Überall nur Weihnachtslieder, Tannenduft und ungenießbarer Glühwein. Das geht so weit, dass sie sich mit ihrer einzigen Freundin zerstreitet und ihre Sekretärin kündigt. Ihr Herz bleibt davon unberührt. Das ist nämlich bei ihrem Ex Ryan Malone geblieben, einem wahren Weihnachtsfan. Wirklich übel ist nur, dass Amelie und Ryan für einander bestimmt sind und niemals glücklich werden, sollten sie bis zum Weihnachtsabend nicht wieder zueinander finden. Das ist allerdings schon in zwei Tagen. Da hilft nur himmlischer Beistand…

Ich sage dazu:

Charles Dickens‘ „A Christmas Carol“ stand Pate für diese weihnachtliche Liebesgeschichte. Den Geist der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht verkörpert dabei ein Engel. Ach, was rede ich? Der Engel. Elisa!

Ich liebe diese chaotische Glitzer-Flausch-Himmelsbotin!

Mit tatkräftiger Unterstützung von Gott und seinem Stellvertreter Gabriel gelingt es ihr auf ihre unnachahmliche Weise, das Unmögliche möglich zu machen. Dabei stellt sich Amelie als wirklich hart Nuss heraus. Mit Händen und Füßen wehrt sie sich gegen Elisas Mission.

Mit Ryan dagegen hat Elisa überhaupt kein Problem. Immerhin liebt er Amelie noch immer und betreibt sogar ein ganzjähriges Weihnachtsdorf mit Elfen, Schneekugeln und Weihnachtsbäumen. Alles glitzert, strahlt und blinkt und ist so ganz nach Elisas Geschmack.

Wie Elisa es letztendlich gelingt, ausgerechnet Weihnachtsmuffel Amelie mit Ryan zusammen zu bringen könnt ihr dann bitte aber selber nachlesen.

Mein Fazit:

Um aus mir einen Weihnachtsfan zu machen braucht es vermutlich eine ganze Heerschar von Engeln. Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir.

[Lesung] Arne Dahl vom 17. Oktober in Olpe

Kaum war die Frankfurter Buchmesse vorbei, konnten Anja und ich zusammen mit unserer Blog-Fotogräfin Claudia noch einmal für kurze Zeit in unsere Büchermenschenblase eintauchen. Arne Dahl stellte in Olpe sein neues Buch „Sechs mal zwei„, erschienen im Piper-Verlag, vor.

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Wie meistens war ich natürlich viel zu früh dran, was mir aber die Gelegenheit bot, schon mal den Tisch im Cineplex Olpe für die Mädels zu decken. Außerdem konnte ich mich so noch ein bisschen mit einer ehemaligen Nachbarin unterhalten, die mir dort unvermutet über den Weg lief.

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Noch während ich auf Anja und Claudia wartete, betraten Arne Dahl, Günter Keil und Stefan Keim zusammen mit Veranstalter Georg Spielmann von der dreimann-Buchhandlung das Foyer des Kinos. Mir bot sich so kurz die Gelegenheit, ein paar Sätze mit Günter Keil zu wechseln.

Als dann die Mädels endlich ankamen, dauerte es gar nicht lange, bis wir unsere (Stamm-)Plätze im Kinosaal einnehmen konnten. Wenig später betrat Georg Spielmann die Bühne, um dem Publikum einen Crash-Kurs in Schwedisch zu erteilen. Auch wurde die Platznummer des/der GewinnerIn des Gewinnspiels bekannt gegeben. Gewinnen konnte man Bücherpaket, bestehend aus drei signierten Büchern von Arne Dahl. Leider wurde meine Nummer nicht gezogen, aber immerhin die meiner ehemaligen Nachbarin, wie ich von meiner Mutter erfuhr. Glückwunsch, Reinhild! 🙂

Mit einem brav einstudierten „Varmt Välkommen, Arne Dahl“ wurde der Autor anschließend begrüßt.

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Moderiert von Günter Keil stellte der sympathische Schwede, der im übrigen sehr gut deutsch spricht, sein Buch um das Ermittlertrio Sam Berger, Molly Blom und Desiree „Deer“ Rosenqvist vor und las sogar eine Seite auf Schwedisch vor. Ah, ja. 😀

Die anschließenden Auszüge aus dem Buch wurden dann allerdings von Kabarettist, Journalist, Autor und Moderator Stefan Keim wirklich toll gelesen.

Wohlweislich hatte ich mir nicht genug Geld mitgenommen um nach der Lesung Bücher kaufen zu können. Anja konnte allerdings nicht widerstehen. Während sie also in der langen Schlange vorm Signiertisch stand, haben sich Claudia und ich nach draußen gestellt, um auf sie zu warten. Kurz darauf gesellte sich auch Günter Keil zu uns, da er mitbekommen hatte, dass Claudia während der Lesung viele Fotos gemacht hatte. Dass meine Freundin zwischendurch mal wieder den Schalk im Nacken hatte, konnte er ja nicht ahnen. Er nahm den „Starschnitt“ mit Humor und hat ihn gleich, samt aller anderen Fotos, bei ihr bestellt. 😀

Wenig später hielt Anja auch ihr signiertes Exemplar von „Sechs mal zwei“ in Händen und wir konnten den Heimweg antreten.

Fotos by Schunke Pictures mit freundlicher Genehmigung der Fotogräfin

[Lesung] Kathrin Heinrichs vom 6. Oktober

Hochzeiten. Beerdigungen. Taufen. Das waren bislang die einzigen Gründe für mich, eine Kirche zu betreten. Nun, jetzt gibt es einen weiteren Grund: Die Lesung von Regio-Autorin und Kabarettistin Kathrin Heinrichs.

Wie immer hatte ich mich mit Anja von anjas-insel und unserer Blog-Fotogräfin Claudia verabredet. Mein Navi brachte mich problemlos zum Ort des Geschehens. Da standen wir nun vor der Heilig-Geist-Kirche in Olpe – eine ganz neue Erfahrung – und warteten darauf, dass es losging. So ganz ohne Cola und Popcorn. :'(

Schließlich war es dann aber so weit und Kathrin Heinrichs legte los. Sie stellte ihr neues Buch „Nichts wie es war“ vor und plauderte aus dem Nähkästchen.

Nach der Pause, in der ich nicht umhin kam, das vorgestellte Buch zu kaufen und signieren zu lassen, ging es weiter mit ihren Kurzkrimis und ihrer Figur Nelly, die ein bisschen autobiografisch das Leben beschreibt.

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Bisher kannte ich von der Autorin bloß ihre Sauerland-Krimi-Reihe, in der Rheinländer und Aushilfslehrer Vincent Jacobs plötzlich mit Sauerländern und deren Traditionen konfrontiert wird. Live erlebt hatte ich sie bis dato nicht. Ich muss allerdings zugeben, dass ich da etwas verpasst hatte.

Kurzweilig und witzig gelingt es Kathrin Heinrichs ihr Publikum zu begeistern und mit dem Finger auf das typisch sauerländische zu zeigen. Vielleicht ist es nicht unbedingt der Spiegel, den sie einem vors Gesicht hält, aber die Eigenarten dieses Bergvölkchens beschreibt sie hervorragend.

In mir hat die Autorin auf jeden Fall einen neuen Fan gewonnen und Anja und Claudia geht es da wohl nicht anders.

Fotos by Schunke Pictures mit freundlicher Genehmigung der Fotogräfin

[Rezension] Himmelreich und Höllengrund: Amors Four (Band 3) von Susanne Pavlovic

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Susanne Pavlovic
Himmelreich und Höllengrund: Amors Four (Band 3)

Kindle Edition: 378 KB
ASIN: B076NHPR6R

Printausgabe: 143 Seiten

Darum geht es:

Lila mit den blauen Haaren befindet sich auf einem Selbstfindungstrip. Ausgerechnet Himmelreich hat sie für ihre Recherche auserkoren. Dort findet sie zusammen mit ihren Hunden Moppi und Schredder im Wald – genauer gesagt im Höllengrund – eine leerstehende Hütte, die sie fortan ihr Zuhause nennt. Kurz nach ihrer Ankunft dort entdeckt sie den Badesee, an dessen Ufer sie einschläft. Als sie erwacht, entsteigt dem See gerade ein gut gebauter junger Mann. Sie nennt ihn Faun, nach einer Tarotkarte, die in ihrer Tasche steckt. Lila ist fasziniert von Faun und dessen Lebensweise. Doch Faun ist wie das Wasser, dem er entstiegen ist. Nicht zu fassen zu kriegen.

Ich sage dazu:

Lila hat sich selbst verloren. Alle um sie herum wissen, was sie aus ihrem Leben machen wollen nur sie hat keine Ahnung. Ihr Studium macht ihr keinen Spaß mehr. Sie hat kein Ziel. Und obwohl ihr ihr bester Freund Silvan immer den Rücken stärkt, muss sie sich selbst erstmal wieder finden. In einer Nacht- und Nebelaktion schnappt sie sich ihre Hunde und bricht sämtliche Brücken hinter sich ab. Sie verschwindet nach Himmelreich. Dort will sie von dem leben, was Mutter Natur ihr zu bieten hat oder was sie sich mit Gelegenheitsarbeiten verdienen kann. Als sie Faun trifft, der Besitzansprüche ablehnt, scheint Lila ihren Weg gefunden zu haben. Doch Faun ist ein windiger Charakter, der nicht gerade zuverlässig ist. Wie der Waldgeist, nach dem Lila ihn benannt hat, kommt und geht er wie es ihm gefällt.

Wieder ein Band aus der Himmelreich-Reihe, den ich nicht beiseite legen konnte. Aber er ist anders…

Susanne Pavlovic hat einen tollen Schreibstil mit einer gehörigen Portion Humor. Das erstmal vorweg.

Sämtliche Bewohner Himmelreichs sind natürlich auch wieder dabei, wobei sie diesmal nicht ganz so überzogen dargestellt sind. Stattdessen erhält man ein paar Hintergrundinfos z.B. über Gertrud und Jupp, der tatsächlich einen richtigen Namen hat.

Auch startet das Buch nicht als Fortsetzung der Geschichte, sondern beginnt quasi zeitgleich mit den Geschehnissen aus dem 1. Band dieser Staffel.

Wie immer habe ich mich sauwohl gefühlt in meinem heißgeliebten Städtchen… äh… Dorf und kann die Reihe nur wärmstens weiter empfehlen.

Die Geschichte von Lila und Faun ist in sich abgeschlossen, für das richtige Himmelreich-Feeling sind die voran gegangenen Bände jedoch unerlässlich.

 

[Rezension] Zwei Küsse für Himmelreich: Armors Four (Band 2) von Andrea Bielfeldt

Andrea Bielfeldt
Zwei Küsse für Himmelreich: Amors Four (Band 2)

erschienen am 01.07.2017
Format: Kindle Edition
ASIN: B073NLJ1LQ
Preis: 3,49 €

Darum geht es:

Ronja Engel ist Köchin im McLeods und soll neuerdings auch das Archäologenteam an der Fundstelle der Knochen versorgen. An ihrem ersten Arbeitstag stößt sie vor der Bäckerei von Frau Bings mit einem gutaussehenden Mann zusammen. Leider entpuppt sich dieser als ungehobelter Klotz. Als Ronja später auf dem Weg zur Fundstelle mit ihrem Fahrrad Elsa fast umgenietet wird, stellt sich der Fahrer des Wagens als eben dieser Stinkstiefel heraus. Tjark Baldursson ist Norweger und niemand geringerer als der Leiter des Ausgrabungsteams und somit Ronjas Chef. Damit nicht genug steht ihm zur Seite auch noch die zickige Vollkorntussi Camilla. Ihr neuer Job entpuppt sich somit als wahre Herausforderung für Ronja.

Zum Glück gibt es da ja noch ihre Freundinnen Fee, Nicole und Lila ebenso wie die anderen Bewohner Himmelreichs.

Ich sage dazu:

Hach, Himmelreich! <3

Jedesmal, wenn ich ein Buch dieser Reihe aufschlage, ist es wie nach Hause kommen. All den lieb gewonnenen Charakteren wieder zu begegnen, sie an ihren Eigenarten zu erkennen, noch bevor ein Name fällt oder schon im Vorfeld über sie zu schmunzeln macht einfach Spaß.

Das Besondere an den Geschichten rund um das Städtchen… Verzeihung… DORF! Himmelreich ist nämlich, dass es zwar eine Grundstory gibt, an die es sich zu halten gilt, die einzelnen Bücher jedoch von jeweils einer anderen Autorin geschrieben wurden.

Dieses Mal stammt die Geschichte von Andrea Bielfeldt, die unzweifelhaft ihren eigenen wunderbaren Stil einfließen lässt. Frech und liebenswert lässt sie Ronja mit Tjark zusammen rasseln. Einfach genau so, wie ich die Autorin kennen lernen durfte.

Als roter Faden zieht sich diesmal der Baustopp der Pastillenfabrik und der Knochenfund durch die Staffel. Dabei funktioniert der Dorffunk wieder einmal optimal und die Bewohner wissen eigentlich schon über alles Bescheid, noch bevor die beteiligten den Mund aufmachen können.

Die Streitereien zwischen der pensionierten Deutschlehrerin Mechthild und dem Hundebesitzer Axthelm sind dabei ebenso amüsant zu lesen, wie der Zoff zwischen Gertrud und Pfarrer Wohlfahrt. (Ob diese Hochzeit jemals stattfinden wird?)

Die Geschichte von Ronja und Tjark ist in sich abgeschlossen, für das richtige Himmelreich-Feeling empfehle ich allerdings, sich auch die vorangegangenen Bände zu gönnen.

Staffel 1 – Amors Five:

  1. Himmelreich mit kleinen Fehlern – Emma Wagner
  2. Tausche Himmelreich gegen große Liebe – Lana N. May
  3. Himmelreich und Honigduft – Jo Berger
  4. Sieben Minuten Himmelreich – Violet Truelove
  5. Dich schickt das Himmelreich – Mia Leoni

Staffel 2 – Amors Four:

  1. Himmelreich mit Herzklopfen – Jo Berger
  2. Zwei Küsse für Himmelreich – Andrea Bielfeldt
  3. Himmelreich und Höllengrund – Susanne Pavlovic (erscheint Ende Oktober 2017)
  4. Eine Hochzeit für Himmelreich – Mia Leoni (noch nicht erschienen)

[Rezension] Mein Herz ist eine Insel von Anne Sanders

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Anne Sanders
Mein Herz ist eine Insel
erschienen im blanvalet Verlag

Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-7645-0593-6
erschienen am 27.03.2017

Preis [D]: 14,99 €

Darum geht es:

Nach der Trennung von ihrem langjährigen Lebenspartner Eric steht Isla mit nichts da. Sie hat keinen Mann, keinen Job und keine Wohnung mehr. In ihrer Verzweiflung fällt ihr nichts anderes ein, als heimzukehren nach Bailevar, einer winzigen schottischen Insel. Doch alles in ihr sträubt sich dagegen. Kontakt zu ihrer Familie hatte sie nämlich seit Jahren nicht mehr und außerdem erwartet sie auf der Insel auch noch Finn, ihre Jugendliebe. Einziger Lichtblick ist ihre Ersatz-Großmutter Shona, die wunderbare Geschichten erzählen kann und fest an die Legende von der verschwundenen Insel glaubt.

Ich sage dazu:

Es hat lange gedauert, bis mich das Buch in seinen Bann ziehen konnte.

An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, denn ich fand ihn irgendwie hölzern und trocken. So ganz ohne Wärme. Trotzdem ist es der Autorin sehr gut gelungen, die Emotionen sowohl von Isla, als auch von Finn zu transportieren. Irgendwann hatte sie mich dann doch und ich konnte das Buch nur schwer zur Seite legen.

Erzählt wird die Geschichte aus Islas Sicht und manchmal aus der von Finn jeweils in der ich-Form. Ab der Mitte des Buches kommen noch einzelnen Kapitel zur Legende der verschwundenen Insel hinzu.

Mit der Protagonistin Isla wurde ich allerdings bis zum Schluß nicht warm. Sie ist eine Getriebene, deren sehnlichster Wunsch schon immer war, von ihrer Heimatinsel zu verschwinden. Sie mag weder die Insel, noch deren Bewohner. Einzig Shona scheint ihr am Herzen zu liegen.

Islas Verhältnis zu ihrer Familie, insbesondere zu ihrem Vater, ist angespannt. Ihre Brüder und sie geben sich die Schuld am Verschwinden der Mutter vor über zwanzig Jahren. Der Vater hat es – bis jetzt – nicht für nötig befunden, den Kindern diese Schuldgefühle zu nehmen.

Finn dagegen war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn ich sagen muss, dass sein Charakter schon fast ein bisschen zu gut war. Egal, was Isal macht oder sagt, Finn nimmt es mit fast stoischer Ruhe hin. Frei nach dem Motto: Lass frei was du liebst, wenn es dich auch liebt, kommt es zu dir zurück.

Ein Lichtblick hingegen war die alte Dame Shona. Auf kluge und verschmitzte Weise erreicht sie immer, was sie erreichen will. Sowohl für Isla, als auch für Finn stellt sie so etwas wie eine Ersatz-Großmutter und somit ein Bindeglied dar.

Fazit:

Ein Buch, das mich überraschen konnte.