[Rezension] Lady Alexia 2. Brennende Finsternis von Gail Carriger

Autor: Gail Carriger
Titel: Lady Alexia 2. Brennende Finsternis
Originaltitel: Changeless
Format: Taschenbuch
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-37650-6
Preis (D): 9,99 €

Bevor ihr meine Rezi lest, seid gewarnt!!! Es kann durchaus sein, dass ich in meiner Begeisterung für dieses Buch ein wenig – um nicht zu sagen hemmungslos – vor mich hin spoilere!!!

Inhalt:

Eines frühen Abends erreicht Lord Conall Maccon, Earl of Woolsey, Leiter von BUR (Bureau of Unnatural Registry) und somit Chefermittler der Queen für übernatürliche Angelegenheiten, die Nachricht, dass in einem Teil von London sämtliche Vampire und Werwölfe ihre übernatürlichen Fähigkeiten verloren haben. Etwas, das sonst nur seine außernatürliche Frischangetraute zu Wege bringt. Und das nicht in diesem Umfang. Muss sie einen Übernatürlichen doch berühren, um ihm seine Fähigkeiten zu rauben.

Ohne seine werte Gattin über diesen Fall zu informieren, stürzt sich Lord Maccon in die Ermittlungen. Zwar verschwindet das Phänomen der „Vermenschlichung“ nach einer Weile von allein, doch führen ihn Familienangelegenheiten im Anschluss daran nach Schottland, wohin er sich postwendend begibt, auch wieder ohne seine Frau darüber persönlich zu informieren.

DAS kann Lady Maccon, Mujah der Queen und somit deren außernatürliche Beraterin, natürlich keinesfalls auf sich sitzen lassen. Als sie dann auch noch von ihrem vampirischen Freund, Lord Akeldama erfährt, dass das Phänomen der Vermenschlichung ebenfalls gen Schottland zu reisen scheint, beschließt sie, ihrem wenig mitteilsamen Ehemann per Luftschiff nach zu folgen.

Doch bevor sie sich an Bord eines solchen begeben kann, muss sie sich mit Major Channing Channing von den Chesterfield Channings herumschlagen, der beschlossen hat, mit seinem, aus Indien heimgekehrten Regiment, auf Lady Maccons Rasen zu kampieren. Noch während sie sich mit dem Problem der Unterbringung eines ganzen Regiments befasst, erscheint ihre liebe – wenn auch mit einem scheußlichen Hutgeschmack geschlagene – Freundin Miss Ivy Hisselpenny und verkündet ihre Verlobung. Als dann auch noch ihre Mutter auftaucht und ihre Tochter, Lady Maccons Halbschwester Felicity Loontville bei ihr ablädt, scheint die Reise nach Schottland in weite Ferne zu rücken.

Kurz entschlossen nimmt sie Miss Hisselpenny, ihre Schwester, ihre Zofe Angelique sowie Tunstell – seines Zeichens Werwolf-Anwärter und Kammerdiener seiner Lordschaft – mit auf die Reise. An Bord begegnet ihr ferner die französische Erfinderin Madame Lefoux, die ihr kurz zuvor einen überaus praktischen Sonnenschirm überreicht hat, den Lord Maccon bei ihr in Auftrag gegeben hatte, und die eine skandalöse Vorliebe für Herrenmode hegt.

Die Reise gestaltet sich alles andere als angenehm. Leidet Lady Maccon doch – sehr zu ihrem Missvergnügen – offenbar an der Luftkrankheit. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, versucht auch noch jemand, sie (mal wieder) umzubringen. Steckt vielleicht Madame Lefoux dahinter?

Meinung:

Mit ihrer Mischung aus Steampunk und Fantasy trifft die Autorin auch mit diesem 2. Teil bei mir wieder voll ins Schwarze.

Ich könnte über jeden einzelnen der Charaktere stundenlang ins Schwärmen geraten. Sei es Alexia oder der cholerische Conall, der seiner Gattin den Mund lieber mit Küssen verschließt, bevor er Opfer ihrer scharfen Zunge wird. Sei es die mehr als blauäugige Ivy oder Felicity, die dem Rest der Welt nicht mal das Schwarze unter den Fingernägeln gönnt. Oder Madame Lefoux und Lord Akeldama, die definitiv „vom anderen Ufer“ sind, was aber niemand auszusprechen wagt. Wobei Lord Akeldama mit seiner Art „in betonter Kursivschrift zu sprechen“ zu meinen absoluten Lieblingen dieser Reihe zählt.

Schon allein die Namen der Protagonisten lassen mich vor Vergnügen grinsen. Als da wären, außer den bereits genannten, z.B. Miss Hisselpenny’s Verlobter, der zwar nur namentlich in Erscheinung tritt, nichtsdestotrotz aber auf den wohlklingenden Namen Colonel Featherstonehaugh hört. Oder Lord Akeldama’s Lieblingsspion, dessen Name zwar nicht so wohlklingend, dafür aber kurz und prägnant „Biffy“ lautet.

Doch nicht allein die Namen lassen mich breit grinsen. (Sonst könnte ich ja auch ein Telefonbuch lesen *g*) Auch die Geschichte an sich hat mich mit ihren Irrungen und Wirrungen wieder mal begeistert.

Einzig das Ende hat mir nicht gefallen. Aber dafür gibt es wohl bald Teil 3, in dem sich hoffentlich alles wieder zum Guten wendet.

Ein weiterer Kritikpunkt ist – mal wieder – der deutsche Titel. Der ist nämlich derart grottenschlecht gewählt, dass man das Buch nehmen und dem Verantwortlichen rechts und links um die Ohren hauen sollte!

Fazit:

Wenn ihr euch bis hierher durch mein Geschreibsel durchgekämpft habt, brauche ich wohl nicht mehr viel zu sagen. *g*

[Rezension] Lady Alexia 1. Glühende Dunkelheit von Gail Carriger

Autor: Gail Carriger
Titel: Lady Alexia 1. Glühende Dunkelheit
Originaltitel: Soulless
Format: Taschenbuch
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-37649-0
Preis (D): 9,99 €
Inhalt:

Miss Alexia Tarabotti ist keine Schönheit, jedenfalls nicht im Sinne der viktorianischen guten Gesellschaft. Ihr verstorbener Vater, ein Italiener (schockierend!!!), hat ihr nämlich seine dunkle Hautfarbe, eine große Nase und einen zu breiten Mund vererbt und nicht nur das…Deshalb gilt sie, mit ihren 26 Jahren, auch als alte Jungfer. Ihre körperlichen Mängel macht Miss Alexia allerdings mit Intelligenz, Scharfzüngigkeit und bewaffnet mit ihrem Sonnenschirm wieder wett. Was im England des 19. Jahrhunderts leider auch nicht wirklich gern gesehen ist.

Von der Gesellschaft und ihrer Familie ausgegrenzt, zieht sie sich während eines Balls in die Bibliothek des Gastgebers zurück. Dort wird sie von einem Vampir angegriffen, den sie, ganz aus Versehen, tötet. Das ruft Lord Conall Maccon, den Earl of Woolsey auf den Plan. Seines Zeichens Werwolf, Kontaktbeamter für Übernatürliches bei BUR (Bureau of Unnatural Registry) und Agent des Schattenparlaments von Königin Viktoria.

Miss Tarabotti und Lord Maccon können sich nicht ausstehen. Bei jedem Aufeinandertreffen geraten die Beiden aneinander und diesmal will er ihr nicht mal erlauben, sich in die Ermittlungen um den Tod des Vampirs einzumischen. Als ob sich Alexia das gefallen lassen würde!

Meinung:

ICH LIEBE ES!!!

Die Autorin hat hier eine Fantasy-Welt ersonnen, die im London des 19. Jahrhunderts spielt. Einer Zeit, in der viel Wert gelegt wurde auf gesellschaftliche Anerkennung, in der man jedes Wort auf die Goldwaage legen musste und in der es für jede noch so abwegige Situation Regeln gab, die es einzuhalten galt. Das Ganze gespickt mit Vampiren und Geistern, gewürzt mit Werwölfen.

In dieser Welt macht sich Miss Alexia Tarabotti, gerüstet mit Hut, Schirm und Tournüre auf, hinter das Geheimnis ihres vampirischen Angreifers zu kommen, stets bemüht, in jeder Situation die Contenance zu wahren.

Unterstützt wird sie dabei von ihren Freunden Miss Ivy Hisselpenny, die zwar Miss Alexias beste Freundin ist, jedoch leider einen scheußlichen Geschmack hat, was Hüte betrifft, und Lord Akeldama, einem exzentrischen Vampir mit extravaganten Modegeschmack der „hauptsächlich in betonter Kursivschrift zu sprechen pflegt“.

Als hilfreich erweisen sich außerdem Professor Lyall, Lord Maccon’s Assistent und letztendlich sogar Lord Macoon höchstselbst. Auch wenn der die halbe Zeit wütend ist über etwas, was Alexia gesagt oder getan hat und der trotzdem zu gerne ein bisschen an ihr knabbern würde.

Mit einem tollen Schreibstil, viel Witz und Situationskomik erzählt Gail Carriger hier ihre Geschichte von Miss Alexia und Lord Maccon. Kaum hatte ich angefangen zu lesen, schlich sich auch schon ein Dauergrinsen in mein Gesicht, hin und wieder abgelöst von einem Ausbruch zügelloser Heiterkeit. Jeder Charakter für sich, zaubert mir mit seinen toll ausgearbeiteten Eigenheiten noch immer ein Lächeln ins Gesicht. Selbst beim Schreiben dieser Rezi. J

Als Wermutstropfen ist mal wieder die deutsche Übersetzung des Titels (Original: Soulless) zu erwähnen und dass bisher nur dieser 1. Band der Reihe auf Deutsch zu bekommen ist.

Fazit:

Fantastisch, phänomenal, grandios! Mein Highlight 2011

[Rezension] Das Unkrautland 2. Das Geheimnis der Schwarzen Hütte von Stefan Seitz

Autor: Stefan Seitz
Titel: Das Unkrautland 2. Das Geheimnis der Schwarzen Hütte
Format: Gebundene Ausgabe
Verlag: Celon Verlag
ISBN: 978-3-9813-1712-1
Preis (D): 14,95 €

Inhalt:

In einem alten Märchen, das Primus heimlich belauscht, geht es um die sogenannte Schwarze Hütte, die Primus’ Neugier weckt. Als er dann noch herausfindet, dass diese Schwarze Hütte irgendwie in Zusammenhang mit der Nebelfee steht, ist er nicht mehr zu halten. Er überredet Plim, die Hütte zu suchen und unter die Lupe zu nehmen.

Zusammen starten die beiden in ein gefährliches Abenteuer.

Meinung:

Stück für Stück enthüllt sich auch in diesem Buch das Geheimnis, dem Priums und Plim auf der Spur sind.

Wie schon im 1. Teil war ich auch bei dieser Geschichte begeistert von den liebevoll gestalteten Charakteren

Fazit:

Selbst auf die Gefahr hin, dass ich euch allmählich mit meinen Lobeshymnen auf den Keks gehe, kann ich nur immer wieder betonen, dass es sich bei den Unkrautland-Büchern um absolute Highlights in der Kinder-/Jugendliteratur handelt.

[Rezension] Das Unkrautland 1. Auf den Spuren der Nebelfee von Stefan Seitz

Autor: Stefan Seitz
Titel: Das Unkrautland 1. Auf den Spuren der Nebelfee
Format: Gebundene Ausgabe
Verlag: Celon Verlag
ISBN: 978-3000202957
Preis (D): 14,95 €

Inhalt:

In einem alten, windschiefen Turm haust Primus. Er kann sich in eine Fledermaus verwandeln und wird deshalb für einen Vampir gehalten. Das ist er zwar nicht, aber dass die Bewohner des nahe gelegenen Dorfes das glauben, macht Primus sich schamlos zu nutze. Aus Spaß versetzt er die Dörfler in Angst und Schrecken, nur um anschließend die Dorfbäckerei zu plündern. Denn Primus mag Torten viel lieber als Blut. Bei seinen Raubzügen vergisst er er auch nie seine Freunde. Bucklewhee, den staatlich geprüften Präzisionsweckvogel und Snigg, den Kürbis, der auf dem Komposthaufen vor dem Turm wohnt und eigentlich nur ans Essen denkt.

So lebt Primus in den Tag hinein, bis ihm eines Tages die Hexe Miss Plim begegnet. Zusammen kommen sie einem Geheimnis auf die Spur, das sie unbedingt ergründen wollen. Doch leider sind sie nicht die einzigen…

Meinung:

Das Buch startet mit einem geheimnisvollen Gedicht, in dem es um die Nebelfee geht. Im Anschluss schafft es der Autor dieses Geheimnis Stück für Stück zu enthüllen.

Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem die Charaktere liebevoller gestaltet waren. Sei es der verfressene Kürbis Snigg, der oberlehrerhafte Bucklewhee, die pingelige Vogelscheuche Chuck oder auch die Spaßbolzen Taddle und Mills, die in einem Einmachglas bei Miss Plim hausen.

Auch die beiden Hauptfiguren Primus und Plim sind toll. Primus kommt einem anfänglich recht oberflächlich vor. Das ändert sich jedoch, als er sich an dem Geheimnis um die Nebelfee festbeißt.

Und dann wäre da noch die chaotische Plim, die zwar klaut wie ein Rabe, jedoch für jede noch so abwegige Situation einen Vorrat an Zaubermittelchen in ihrer Handtasche mit sch herum schleppt…

Dieses Buch habe ich zusammen mit meinem Sohn gelesen. In so manch einer Situation haben wir uns gekringelt vor lachen, während an anderer Stelle der ein oder andere Fingernagel dran glauben musste.

Stefan Seitz schafft es, mit einem bildhaften Schreibstil das Unkrautland lebendig werden zu lassen. Eine Welt, die ich gerne mal besuchen würde.

Fazit:

Spannend, witzig und einfach nur toll. Die totale Leseempfehlung!!!