[Rezension] Millionaire’s Rock – Sein geheimes Leben von Karin Koenicke

Quelle: Amazon
Karin Koenicke
Millionaire’s Rock – Sein geheimes LebenFormat: Kindle Edition
Dateigröße: 646 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 269 Seiten
ASIN: B073P8BRNP

Darum geht es:

Allyson Finnegan ist Journalistin bei der Boston New Gazette. Ihr Ressort „The Story behind“ musste sie zähneknirschend an die unfähige Tochter des Big Boss abtreten und statt dessen den Wirtschaftsteil übernehmen. Da die Zeitung jedoch in letzter Zeit mehr schlecht als recht läuft, soll ihre Stelle nun wegrationalisiert werden. Allyson braucht allerdings dringend Geld, um ihre kranke Mutter zu unterstützen. Deshalb sucht sie sich vorsorglich einen Übergangsjob als Barfrau in Jimmy’s Musicbar. Bevor sie ihren Schreibtisch in der Redaktion räumt, hat sie aber noch einen letzten Auftrag zu erledigen. Sie soll einen Bericht ausgerechnet über den Pharma-Konzern KeBoPharm abliefern. Die Firma, die sie für den Gesundheitszustand ihrer Mutter verantwortlich macht.

Scott Kerrington ist der CEO von KeBoPharm. Er steht in Verhandlungen mit Japan, um sein Unternehmen auf dem asiatischen Markt zu etablieren. Die Japaner finden jedoch immer neue Ausflüchte und Argumente, warum die Verträge noch nicht unterzeichnet werden können. Allmählich schwimmen Scott die Felle davon, denn der Aufsichtsrat sitzt ihm im Nacken und sägt schon kräftig an seinem Stuhl. Als er eines Nachts wieder einmal nicht schlafen kann, weil er unter Alpträumen leidet, geht er auf einen Absacker oder auch mehrere in Jimmy’s Musicbar. Betrunken pöbelt er dort einen Gitarristen an. Dieser fackelt nicht lange und schleift Scott auf die Bühne, wo er sein Talent beweisen soll. Nach seinem Auftritt wird er prompt vom Manager der aufsteigenden Newcomer-Band „Evil Medicine“ angesprochen. Deren Gitarrist Sharp fällt nämlich gerade für mehrere Wochen aus. Scott sieht Sharp einigermaßen ähnlich und auch auf der Gitarre ist er ihm ebenbürtig. Mit anderen Worten: Scott wäre der ideale Ersatzmann. Aus einer Laune heraus, sagt er zu.

Kurz nachdem Allyson ihren Job in Jimmy’s Musicbar angetreten hat, hat auch Scott alias Sharp dort seinen ersten Auftritt mit der Band. Allyson erkennt ihn als den Manager, der er in Wirklichkeit ist und wittert ihre Chance. Eine Enthüllungsstory über den CEO von KeBoPharm würde ihr eine Anstellung bei einer anderen Zeitung sichern, vielleicht sogar ihren alten Job. Ihr gelingt es, Scotts Aufmerksamkeit zu gewinnen und setzt nun alles daran, Informationen über ihn zu sammeln…

Ich sage dazu:

Allyson kämpft um ihren Job. Nicht nur, weil sie die Kollegen in der Redaktion mag, sondern auch, weil sie dringend das Geld braucht, um die teuren Behandlungen für ihre Mutter zu bezahlen. Sie ist der Überzeugung, dass das „harmlose“ Kreislaufmedikament von KeBoPharm für den Gesundheitszustand ihrer Mutter verantwortlich ist. Seinerzeit wurde der Medikamentenskandal kurzerhand unter den Teppich gekehrt und die Betroffenen wurden nie entschädigt. In Scott sieht sie deshalb den Teufel in Person. Mit seinem geheimen Doppelleben spielt dieser ihr nun in die Hände. Sie mischt sich unter die Groupies der Band, erlangt seine Aufmerksamkeit und verführt ihn.

Für Scott spielen Frauen in seinem Leben keine Rolle. Es gibt keine, die er näher an sich heranlassen würde. Wenn ihm der Sinn nach Sex steht, greift er auf Prostituierte zurück. Er hat vielmehr mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen. Nacht für Nacht holt ihn die Vergangenheit in Form von Alpträumen ein. Um seinen inneren Frieden wieder zu finden, flüchtet er sich in die Musik. Als sich ihm nun die Chance bietet, als Rockstar Sharp sein Glück auf der Bühne zu finden, kann er nicht Nein sagen. Trotzdem gelingt es ihm den Konzern nicht nur zu leiten, sondern auch voran zu bringen. Allerdings sitzt ihm der Aufsichtsratsvorsitzende Zoltan Nemeth im Nacken, der von seinem Führungsstil alles andere als begeistert ist. Nemeth wartet nur auf eine Chance, Scott loswerden zu können.

Nach der gemeinsam verbrachten Nacht, in der Scott zum ersten Mal seit langem schlafen konnte, zieht es ihn immer wieder zu Allyson. Diese kann zwar nun alle möglichen Informationen aus ihm heraus kitzeln, zweifelt jedoch mehr und mehr an ihrem Vorhaben, weil sie erkennen muss, dass Scott alles andere als ein skrupelloser Mistkerl ist.

Ein Buch zu lesen bedeutet bei mir gleichzeitig auch, mich mit Engelchen und Teufelchen auseinander zu setzen. Während Engelchen mich beispielsweise dazu bringt, bei einer spannenden Stelle die Luft anzuhalten, flüstert mir Teufelchen gleichzeitig boshaft zu: „Du bist erst bei 30 %. Der Held stirbt nicht.“  😐

Mit ihrem sehr bildhaften Schreibstil ist es Karin Koenicke gelungen, Teufelchen soweit abzulenken, dass Engelchen es überwältigen konnte. Während Teufelchen also gefesselt und geknebelt in irgendeiner Ecke lag, hat Engelchen enthusiastisch in die Saiten der Emotions-Gitarre gehauen.

Ich konnte mich wunderbar in die Geschichte von Allyson und Scott fallen lassen. Dabei habe ich die Musik beim Lesen fast gehört. Zwischendurch sind sogar ein paar Tränchen geflossen.

Nüchtern betrachtet, oder um Teufelchen mal wieder zu Wort kommen zu lassen, kann ich dieses Buch nur weiter empfehlen.

 

 

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